Sie heißen Adrian Grbic und Christoph Baumgartner, und sie waren mit ihren Toren hauptverantwortlich für den 2:1-Sieg der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft gegen Griechenland am Mittwochabend, nach dem diese aller Umstände zum Trotz - Corona-bedingtes Fehlen hier, Reisebeschränkungen da - einigermaßen entspannt in die Nations-League-Partien gegen Nordirland am Sonntag sowie Rumänien am Mittwoch in der kommenden Woche gehen kann. Vorsicht ist freilich geboten: Griechenland hatte in Klagenfurt bereits mit 1:0 geführt, ehe die beiden Jungstars den Rückstand noch in einen Sieg verwandelten.

Beide haben bis vor kurzem noch im U21-Team von Werner Gregoritsch gespielt, das sich im vergangenen Jahr sensationell für die Europameisterschaft in dieser Altersklasse qualifiziert hatte und dessen Nachfolger am Freitag gegen den Kosovo (19 Uhr) in die entscheidende Phase der EM-Qualifikation starten. Ein weiterer aus dieser Mannschaft, Sasa Kalajdzic, saß wegen muskulärer Probleme nur auf der Bank, dürfte aber gegen Nordirland sein Debüt im A-Team geben. Wiederum ein anderer Jung-Fußballer, Marco Friedl, muss hingegen wegen der Reisebestimmungen zu seinem Klub Werder Bremen zurückkehren und steht weder A- noch U21-Team in den nächsten Spielen zur Verfügung.

Glücksmomente allerorten

Schon vor dem Griechenland-Spiel war Teamchef Franco Foda gezwungen, zu improvisieren. Insgesamt mussten 15 Spieler im Vorfeld absagen, einige wegen Verletzungen und Krankheit, andere wegen der Corona--Bestimmungen. Doch Trainer und Team verstanden es, aus der Not eine Tugend zu machen. Nachdem es in der ersten Hälfte noch nicht allzu gut geklappt hatte, stellte Foda von einer Dreierkette auf ein 4-2-3-1 um und brachte unter anderem mit Baumgartner neuen Schwung in die Partie. Der Hoffenheim-Legionär sorgte nicht nur mit seinem Tor zum Endstand, sondern auch schon davor für Höhepunkte im Spiel der Österreicher. "Er ist ein Spieler, der Tempo hat und im 1:1 gute Lösungen findet", sagt Foda über den 21-Jährigen. "Ein Tor ist immer geil. Ich bin froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte", meint dieser selbst. Ähnliche Glücksmomente gab es bei Grbic, der zwischenzeitlich den Ausgleich gegen den ehemaligen Europameister erzielt hatte. "Ich muss das erst einmal realisieren. Es war ein unglaublicher Moment, als der Ball das Tor getroffen hat, dieses Gefühl kann man nicht beschreiben", sagt der 24-Jährige, der nach einer starken Vorsaison nun für den französischen Erstligisten Lorient stürmt.

U21-Teamchef Werner Gregoritsch hat schon viele Talente aufgebaut. - © apa/Robert Jäger
U21-Teamchef Werner Gregoritsch hat schon viele Talente aufgebaut. - © apa/Robert Jäger

Bis vor kurzem galt Grbic, nun immerhin zehn Millionen Euro schwer, noch als Rohdiamant im U21-Team. Doch auch ohne ihn hat dieses eine hochkarätige Mannschaft aufzubieten, wenn es am Freitag gegen den Kosovo in die entscheidende Phase der EM-Qualifikation geht. Werner Gregoritsch, der nach seinem im August erlittenen Herzinfarkt wieder die Betreuung übernommen hat ("Das ist wie Therapie für mich"), kann auf A-Team-erfahrene Spieler wie Kevin Danso und Hannes Wolf sowie auf Sturms Torgarant Marko Raguz zurückgreifen, nachdem andere wie Max Wöber Corona-bedingt absagen mussten. Doch aus der Not eine Tugend zu machen, ist auch Franco Foda und der jungen A-Team-Truppe gelungen - vorerst zumindest.