Halbzeit in der Nations League Gruppe B1 - und Österreichs Nationalteam hat in diesem Uefa-Bewerb wieder die Führungsposition inne: Dank eines verdienten 1:0-Auswärtserfolges am Sonntagabend in Nordirland hält die Mannschaft von Franco Foda nunmehr bei zwei Siegen und sechs Punkten und ist damit wie die punktegleichen, aber im direkten Duell besiegten Norweger Anwärter auf den Aufstieg in die lukrative A-Liga. Dort würden dann bei der nächsten Auflage in gut zwei Jahren prestigeträchtige Duelle mit Top-Nationen wie Frankreich, Deutschland, Portugal oder Italien warten. Vorher gilt es aber am Mittwoch (20.45 Uhr/ORF1) mit einem Sieg in Rumänien erst einmal diese Spitzenposition zu behaupten.

Alles in allem konnte Foda mit dem Auftritt seiner Elf im Windsor Park zufrieden sein - auch, wenn man es gegen einen nicht in Bestbesetzung angetretenen und spielerisch limitierten Gegner verabsäumte, vorzeitig für die Entscheidung zu sorgen. Die Rechnung dafür hätten die Österreicher beinahe in der 92. Minute präsentiert bekommen, als ein Schuss der Nordiren nur haarscharf am langen Eck vorbeistrich - es war die einzige Chance des EM-Achtelfinalisten von 2016 im gesamten Spiel. Demgegenüber standen etliche hochkarätige Tor-Möglichkeiten der Österreicher, die bis auf das Goldtor durch Michael Gregoritsch per Kopf (42.) allesamt verjuxt wurden. "Wir hätten 2:0 oder 3:0 führen müssen. Unser einziges Manko war, dass wir unsere vielen Chancen nicht genützt haben", resümierte Foda, der vor dem Seitenwechsel insbesondere das Positionsspiel und Pressing als Atout hervorhob.

Dass nach der Pause der Zug nach vorne gefehlt habe, sei auch der Spielumstellung der Nordiren geschuldet gewesen, die mehr und mehr auf lange Bälle gesetzt hätten. "Wir hatten dadurch Probleme. Aber der Gegner hatte bis auf diese eine Szene keine große Chance, wir waren defensiv kompakt", meinte der Nationaltrainer. Das unterstrich auch Kapitän Julian Baumgartlinger: "Wir hatten eine extrem starke erste Hälfte. Das war eine unserer besten Hälften seit sehr, sehr langer Zeit", betonte der Leverkusen-Profi, der so wie Bayern-Kollege David Alaba die fehlende Torausbeute bekrittelte. "Wir sind natürlich happy mit dem Erfolg, doch sicher gibt es Sachen, die wir besser machen müssen. Wir sind in der zweiten Hälfte hektischer geworden", meinte Alaba, der bei seinem ersten Team-Auftritt seit elf Monaten als linker Verteidiger sehr spielfreudig agierte.

Rumänen im Tief

In Ploiesti wartet nun ein angeschlagener Gegner, der nach dem Aus im EM-Play-off (1:2 gegen Island) mit dem 0:4 in Norwegen einen weiteren Tiefschlag wegstecken musste. Allerdings ist die ÖFB-Auswahl nach der 2:3-Pleite in Klagenfurt im September vor den Rumänen gewarnt. "Wenn wir diese Begeisterung und Leidenschaft, die wir gegen Nordirland an den Tag gelegt haben, auch gegen Rumänien auf den Platz bringen, sind wir mit unserer spielerischen Qualität in der Lage, zu gewinnen", meinte Foda optimistisch.(may)