Die noch junge Nations League der Uefa tut sich noch ein wenig schwer, zu einem wirklich relevanten Bewerb zu werden. Und die weitgehend leeren Stadien aufgrund der Coronakrise helfen dabei auch nicht wirklich. Andererseits: Der vierte Auftritt Österreichs in Rumänien hätte sich auch nicht gerade einen in Euphorie getunkten Hexenkessel verdient. Je länger die Partie aber dauerte, desto besser wurde die ÖFB-Elf und am Ende auch mit einem 1:0-Sieg belohnt.

Auf beiden Seiten fehlten, durchaus auch coronabedingt, einige Akteure, etwa sämtliche Salzburger Spieler aufgrund einiger infizierter Spieler beim österreichischen Meister, dazu Marko Arnautovic, Valentin Lazaro, Marcel Sabitzer und Konrad Laimer. Das sind nicht wenige Stammspieler, und auch das war nicht gerade qualitätsfördernd in dieser Partei. Dass im Hinspiel Rumänien mit 3:2 gesiegt hatte, mag die anfängliche rot-weiß-rote Zurückhaltung auch erklären. Das Pressing hatte in Klagenfurt gegen die technisch recht starke rumänische Mannschaft wenig ausgerichtet. Es war auch Ploiesti nicht anders.

Gregoritsch trifft die Latte

Während sich die beiden Mannschaften in der ersten Hälfte weitgehend neutralisierten, bot immerhin die zweite Hälfte dann eine muntere und mutigere Partie. Österreich hatte vor der Pause noch etwas Pech mit einem Lattenpendler von Michael Gregoritsch (21.). Diese Chance rührte allerdings aus der einzigen flüssigen Kombination, nur mit einer Feinwaage hätte man Österreich als bessere Mannschaft ausmachen können.

In den zweiten 45 Minuten trauten sich die Österreicher dann sukzessive mehr zu, obwohl es gleich mit einem Treffer von Denis Alibec für Rumänien begann. Doch das Tor war eindeutig Abseits, das heißt, der Schiedsrichter pfiff, und das ist im Fußball, zumindest vor VAR-Zeiten, Beweis genug. Möglicherweise befand sich der Stürmer aber auch tatsächlich ein paar Zentimeter vorn.

Steigerung nach der Pause

Österreich war aber insgesamt bestimmender und aktiver, obwohl ein Remis der Mannschaft auch gereicht hätte, mit zwei Siegen daheim gegen Norwegen und Nordirland den Sieg in Gruppe 1 der B-Liga zu fixieren und damit den Aufstieg in die A-Liga zu schaffen, gewissermaßen in die Erstklassigkeit dieser Nations League. Der treue Begleiter der Nationalmannschaft, der Chancentod, war jedoch auch nach Rumänien mitgereist. Christoph Baumgartner scheiterte an der Latte, Xaver Schlager per Kopf und auch Gregoritsch versemmelte.

Erlösung kam eine Viertelstunde vor Schluss durch Alessandro Schöpf, der nach zwei Jahren Pause wieder ins Team zurückgekehrt war, bis zu diesem Schuss aus halbrechter Position allerdings eher blass blieb. Gregoritsch, der sich wiederum immer besser in die Mannschaft einzufügen scheint, leistete die Vorarbeit. Österreich kontrollierte die Partie danach deutlich besser als noch gegen Nordirland am Sonntag und führt weiter gemeinsam mit Norwegen, das Nordirland 1:0 bezwang, die Gruppe an (jeweils 9 Punkte). Am 15. und 18. November wird die Nations League dann abgeschlossen. (sir)