Wie schon in der Auftaktrunde bringen Coronavirus-Fälle auch das Spielprogramm der zweiten Runde des ÖFB-Cups gehörig durcheinander. Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat erstmals auch die WSG Tirol einen an Covid-19 erkrankten Spieler im Kader melden müssen. Allerdings weist der Profi, der im Zuge von Routine-Tests positiv getestet worden war, keine Symptome auf und befindet sich in häuslicher Quarantäne. Um aber das für Freitagabend geplante Zweitrundenmatch im ÖFB-Cup gegen den Floridsdorfer AC (18.30 Uhr) in Wattens bestreiten zu dürfen, müssen zuvor die übrigen Spieler und die Betreuer neuerlichen Testungen unterzogen werden.

Bleibt der Rest negativ, steht einem Anpfiff nichts im Wege, falls nicht, kommt es vermutlich zu einer Verschiebung. Und darin hat der ÖFB schon in der ersten Cup-Runde eine gewisse Routine entwickelt, die sich nun fortsetzt: So musste etwa am Mittwoch die für Freitag geplante Partie des Regionalliga-Mitte-Vertreters Allerheiligen gegen Amstetten abgesagt und auf den 3. November (18 Uhr) verlegt werden. Grund waren hier mehrere positive Tests aufseiten der Steirer. Aus demselben Grund nicht stattfinden kann auch das Cup-Spiel zwischen Regionalligist Reichenau (Innsbruck) und Blau-Weiß Linz. Es wurde auf den 4. November (18 Uhr) verschoben.

Seine Erfahrungen mit dem Coronavirus gemacht hat indes auch Red Bull Salzburg. Allerdings versucht man hier, diese Entwicklungen als Vorteil zu verstehen. So hat sich der Meister während der Länderspielpause mit dem gesamten Kader auf das Zweitrundenspiel am Samstag gegen St. Pölten (14.45 Uhr/ORF1) vorbereiten können. Zuvor waren ja drei Spieler positiv getestet worden, weshalb Salzburg seine Nationalspieler nicht abstellte. Im Gegensatz zur Konkurrenz hat Trainer Jesse Marsch fast die ganze Mannschaft zur Verfügung. "Für die Spieler war es negativ, dass sie nicht die Erfahrung mit dem Nationalteam machen konnten. Für uns war es gut, wir haben gut arbeiten können", sagte der US-Amerikaner.

Fokus auf St. Pölten

Mit einem Erfolg im Cup will man sich noch einmal Selbstvertrauen holen, darauf gilt die Konzentration. "Der Fokus ist zu hundert Prozent auf St. Pölten", betonte daher auch Salzburg-Verteidiger Albert Vallci. "Jeder weiß, wann die Spiele angesetzt sind und welche Gegner kommen. Wichtig ist, dass wir von Spiel zu Spiel schauen."

Von Corona verschont geblieben sind vorerst noch die übrigen Cup-Teilnehmer. Während sich im Duell zwischen WAC und SV Ried - hier verliefen alle Tests nach einem Covid-19-Fall negativ - ein Erstligist aus dem Bewerb verabschieden muss, ist Rapid Wien am Samstag mit dem Gastspiel in Wiener Neustadt ebenso gegen einen Regionalligisten im Einsatz wie der Linzer ASK zu Hause gegen Wörgl (jeweils 17 Uhr). Neben allen zwölf Bundesligisten, neun Zweitligisten und acht Drittligisten sind auch noch drei Klubs aus der vierthöchsten Spielklasse im Bewerb vertreten. Der Startschuss fällt am Freitag in der Südstadt, wo die Admira Kapfenberg empfängt (18 Uhr/ORF Sport+).

Die große Unbekannte ist und bleibt aber für alle Vereine natürlich das Thema Coronavirus. Auch bei den Salzburgern, denen noch dazu harte Wochen in der Champions League bevorstehen. "Die Unsicherheit ist ein bisschen gegeben, weil man sieht, wie schnell es passieren kann", meinte Vallci. "Das ist im Hinterkopf, man weiß, dass es nicht nur in der eigenen Hand liegt. Wir können uns nur an Präventionsmaßnahmen halten." Ob die bei der WSG Tirol etwas genutzt haben, wird sich am Freitag weisen.(rel/apa)