Die Uefa-Champions-League startet am Dienstagabend zwar gebührend mit dem Schlager Paris Saint-Germain gegen Manchester United (21Uhr/Dazn) in die neue Saison, diese wird aber so wie die vorangegangene und im Geisterspiel-Turniermodus zu Ende gespielte weiter von der Covid-19-Krise getrübt. Chelsea vs. Sevilla (21Uhr/Dazn) und Lazio Rom vs. Dortmund (21 Uhr/Sky) lauten die beiden weiteren Topduelle am ersten Spieltag, an dem der FC Barcelona vor einem Pflicht-Heimsieg gegen Ferencvaros Budapest steht. Gleiches gilt für Semifinalist RB Leipzig - selbst ohne die weiterhin verletzten ÖFB-Legionäre Marcel Sabitzer und Konrad Laimer gegen Erdogan-Klub Istanbul Basaksehir.

Das Match in Paris, wo der unterlegene Finalist der Vorsaison den englischen Rekordmeister empfängt, findet aufgrund der zuletzt stark gestiegenen Corona-Infektionen und der nächtlichen Ausgangssperre (21 bis 6 Uhr) in der französischen Hauptstadt nunmehr wieder ohne Fans statt. Italiens Serienchampion Juventus Turin muss dagegen beim Gastspiel in Kiew auf seinen positiv auf Covid-19 getesteten Superstar Cristiano Ronaldo verzichten (der aber hofft, eine Woche später beim Gigantenduell mit Lionel Messis FC Barcelona einsatzberechtigt zu sein).

In Leipzig wiederum sorgt die gerade über Europa schwappende zweite Corona-Welle dafür, dass den Königsklassen-Auftakt nicht wie zunächst geplant 8.500, sondern nur 999 Zuschauer im Stadion verfolgen dürfen. Grund dafür war der für Dienstag erwartete Wert von 20 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Laut Uefa-Vorgaben war deshalb eigentlich noch keine Reduzierung der Fan-Kapazität erforderlich, denn die europäische Fußball-Union gestattet bis zu einem Wert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner für die vergangenen sieben Tage deutlich mehr Zuschauer; das letzte Wort hat aber stets das örtliche Gesundheitsamt. Laut Uefa dürfen maximal 30 Prozent der Stadionkapazität genutzt werden, Auswärtsfans sind jedoch nicht zugelassen.

Verhindern nationale Regelungen die Ausrichtung eines Spiels, trägt in der Regel der Heimverein die Verantwortung für die Suche nach einem Ausweichtermin und/oder -ort - selbst dann, wenn das Land des Gastvereins die Reise zum Spiel unmöglich macht. Dann aber werden die entstehenden Kosten geteilt. Grundsätzlich sollen alle Klubs laut Uefa um "Ausnahmegenehmigungen von bestehenden Reisebeschränkungen wie Grenzschließungen und Quarantänebestimmungen" bemüht sein, heißt es.

Kuriose Schiri-Regel

Positive Corona-Tests innerhalb einer Mannschaft führen ebenfalls nicht zwangsläufig zu Spielabsagen. Stehen mindestens 13Kicker zur Verfügung (einschließlich mindestens einem Tormann) muss das Match am geplanten Termin ausgetragen werden. Verhindert würde dies allerdings beispielsweise durch die Anordnung einer Quarantäne für die gesamte Mannschaft durch die lokalen Behörden.

Die Vereine haben auch die Möglichkeit, zunächst nicht für den Europacup registrierte Spieler nachzumelden. Neuansetzungen mit dann negativ getesteten Akteuren sind ebenso möglich. Klappt das nicht, verliert der verantwortliche Verein die Partie am grünen Tisch. Und wird ein Mitglied des Schiedsrichterteams positiv auf das Coronavirus getestet, behält sich die Uefa das Recht vor, Ersatzschiedsrichter zu benennen, die auch aus dem Land eines der am Spiel beteiligten Vereine kommen können.

Trotz all dieser Unsicherheitsfaktoren sollen die Gruppenphasen der Champions League (bis 9.Dezember) und der Europa League (bis 10.Dezember) nach gut einmonatiger Verspätung innerhalb von nur 50 Tagen bis Mitte Dezember abgeschlossen sein. Aufgrund der Pandemie erlaubt die Uefa aber vorsorglich, dass Spiele notfalls bis zum 28. Jänner 2021 nachgetragen werden können. Sollte dies nicht gelingen, ist auch dieses Worst-Case-Szenario berücksichtigt worden. Dann nämlich legt das Uefa-Exekutivkomitee "Grundsätze" dafür fest, dass die Teilnehmer an der K.o.-Runde der Champions League und Europa League bestimmt werden. Man darf gespannt sein.

Salzburg empfängt Lok

Für Österreichs Serienmeister wird es erst am Mittwoch ernst, wenn zum Gruppe-A-Auftakt in Wals-Siezenheim (18.55 Uhr/Sky) Lokomotiv Moskau wartet. Immerhin dürfen in der 30.000er-Arena noch 3.000 Zuschauer die Partie mitverfolgen, ehe es ab Freitag - durch die bundesweiten Verschärfungen - nur noch die Hälfte sein dürfen. Das betrifft etwa das Gastspiel der Bayern am 3.November.(may/apa)