Der jüngste "Clasico" zwischen den spanischen Fußball-Giganten FC Barcelona und Real Madrid ist an die Hauptstädter gegangen. Real bezwang den Erzrivalen am Samstag in Barcelona mit 3:1 und setzte sich damit zumindest vorläufig an die Tabellenspitze von La Liga. Nach der 2:3-Blamage am Mittwoch in der Champions League gegen Schachtar Donezk sollte der Sieg den "Königlichen" und Trainer Zinedine Zidane einen Moralschub geben.

Die Gäste gingen schon in der fünften Minute in Führung, nach einem schnell vorgetragenen Angriff schloss Federico Valverde ab. Youngster Ansu Fati gelang jedoch fast im Gegenzug der Ausgleich im menschenleer wirkenden Stadion Camp Nou. Danach verlief die Partie über weite Strecken offen.

Entscheidend griffen nach einer Stunde Schiedsrichter Juan Martinez Munuera und die Video-Assistenten ein. Nach nochmaliger Kontrolle einer strittigen Szene auf dem Monitor neben dem Spielfeld erkannte der Referee ein Textilvergehen von Clement Lenglet und verhängte einen Elfmeter. Real-Kapitän Sergio Ramos, an dessen Trikot Lenglet gezogen hatte, verwandelte in seinem 45. Clasico in der 63. Minute sicher. Luka Modric (90.) sorgte in der Schlussphase mit dem Außenrist für die endgültige Entscheidung.

War wieder mit vollem Einsatz dabei: Reals Sergio Ramos (hier im Einsatz gegen Barcelonas Sergino Dest) - © APAweb / Reuters / Albert Gea
War wieder mit vollem Einsatz dabei: Reals Sergio Ramos (hier im Einsatz gegen Barcelonas Sergino Dest) - © APAweb / Reuters / Albert Gea

Für Real war es der 74. Sieg im Aufeinandertreffen der beiden spanischen Topclubs. Das Team von Zidane, der zuvor bereits in der Öffentlichkeit angezählt worden war, liegt nun zwei Punkte vor Real Sociedad und Villarreal in Front. Barcelona ist in der Tabelle nur Zehnter.

Drei Tore von Lewandowski

In Deutschland hält Bayern München die Schlagzahl weiter hoch. Drei Tage nach dem 4:0 in der Champions League gegen Atletico Madrid besiegte der deutsche Fußball-Rekordmeister in der Bundesliga Eintracht Frankfurt sogar mit 5:0. Robert Lewandowski erzielte am Samstag drei Tore. In der Tabelle behielt aber Leader RB Leipizg den zarten Vorsprung von einem Punkt auf die Bayern. Marcel Sabitzer traf bei seinem Comeback gegen Hertha BSC per Elfmeter zum 2:1-Endstand.

Lewandowski schlug für die mit viel Spielfreude ausgestatteten Hausherren in der 10., 26. und 60. Minute zu, ehe er Feierabend machen durfte. Bei seinem zweiten Treffer setzte er sich im Kopfball-Duell gegen Stefan Ilsanker durch. Bei zehn Toren hält der Pole nach fünf Runden. Der eingewechselte Leroy Sane (72.) machte in Arjen-Robben-Manier das 4:0, der erst 17-jährige Jamal Musiala besorgte den Schlusspunkt (90.).

Kleiner Wermutstropfen in München war die Verletzung von Alphonso Davies, der schon nach wenigen Momenten im Mittelkreis ohne Fremdeinwirkung umknickte und wochenlang ausfallen wird. Alaba spielte bei den Bayern wie sein ÖFB-Teamkollege Martin Hinteregger bei der vom Vorarlberger Adi Hütter trainierten Eintracht durch. Stefan Ilsanker war bis zur 74. Minute im Einsatz.

In der Red Bull Arena glichen die Leipziger die schnelle Führung der Hertha durch Jhon Cordoba (9.) umgehend aus. Dabei setzte sich der Ex-Salzburger Dayot Upamecano im Strafraum im Stile eines Topstürmers durch. Kurz nach der Pause schwächten sich die Berliner selbst, da sich Deyoraiso Zeefuik binnen drei Minuten eine Gelb-Rote Karte einhandelte. Für den Niederländer war es ein extrem kurzer Auftritt, er war erst mit Beginn der zweiten Hälfte eingewechselt worden.

Leipzig-Kapitän Sabitzer gab dann ab der 69. Minute sein Comeback nach überstandener Muskelverletzung - und brachte frischen Wind ins Spiel. Die Berliner igelten sich ein, nach einem Foul von Cordoba hieß es jedoch in der 76. Minute Elfmeter für den Tabellenführer. Sabitzer trat an und verwandelte sicher gegen Keeper Alexander Schwolow. Konrad Laimer fehlte den Leipzigern noch immer wegen seiner Knieverletzung.

Im Revierderby hat Borussia Dortmund  die Krise beim FC Schalke weiter verschärft. Dank des hochverdienten 3:0-Sieges im Revierderby der deutschen Fußball-Bundesliga blieb dem BVB selber ein erneuter Rückschlag erspart. Vier Tage nach dem ernüchternden Champions-League-Auftritt in Rom (1:3) festigte der BVB am Samstag dank der Treffer von Manuel Akanji (55.), Erling Haaland (61.) und Mats Hummels (78.) vor 300 Zuschauern im Signal Iduna Park den dritten Tabellenplatz.

Dagegen hält die Negativserie der Schalker mit nunmehr 21 Spielen ohne Sieg an. Die Gelsenkirchener, bei denen Alessandro Schöpf und Torhüter Michael Langer auf der Ersatzbank saßen, liegen mit nur einem Punkt aus fünf Spielen auf dem vorletzten Platz.

Borussia Mönchengladbach blieb unterdessen durch einen mühsamen 3:2-Erfolg in Mainz auf Tuchfühlung mit der Spitze. Stefan Lainer spielte für die Borussen durch, Hannes Wolf kam in der 72. Minute. Die Mainzer, bei denen keine ÖFB-Legionäre zum Einsatz kamen, verloren somit auch das fünfte Spiel der neuen Saison. In Berlin trennten sich Union Berlin mit Kapitän Christopher Trimmel und der SC Freiburg mit Philipp Lienhart 1:1.

Rekordsieg von Ajax

In den Niederlanden hat Ajax Amsterdam mit einem 13:0 bei VVV Venlo seinen höchsten Sieg jemals in der niederländischen Eredivisie geschafft. Schon zur Pause führte Ajax gegen die heillos überforderten Gastgeber mit 4:0, der 19-jährige Lassina Traore erzielte für das Team von Trainer Erik ten Hag fünf Treffer. Bis Samstag war nach Angaben niederländischer Medien ein 12:1 im Mai 1972 gegen Vitesse Arnheim der höchste Sieg der Amsterdamer gewesen.

Mit dem Kantersieg übernahm der Champions-League-Teilnehmer aus Amsterdam vorerst Platz eins in der Tabelle. Am Sonntag kann PSV Eindhoven aber mit einem Erfolg im Spitzenspiel in Arnheim wieder vorbeiziehen.

Teddybären auf der Tribüne

Eine besondere Aktion gab es auch in Heerenven: Wo in normalen Zeiten die Fans des niederländischen Fußball-Erstligisten SC Heerenveen ihre Plätze haben, saßen am Samstag Teddybären. 15.000 Stofftiere in blau-weißen Trikots mit rotem Herz waren beim Heimspiel gegen den FC Emmen auf den Tribünen platziert. Die "Knuffelberen" in den friesischen Farben sollten an Kinder erinnern, die an Krebs erkrankt sind. Wegen der sich auch in den Niederlanden verschärfenden Coronavirus-Pandemie waren für das Spiel keine Zuschauer erlaubt. (apa)