Bevor der Klubfußball in eine gut zweiwöchige Pause eintritt, um den Nationalteams die Gelegenheit zu geben, ihr kurzes, aber umso intensiveres Länderspieljahr (mit bis zu drei Partien) abzuschließen, gibt es noch einmal eine geballte Ladung an Liga-Leckerbissen. Gleich drei Mal steigt das Gipfelduell zwischen Meister und Vizemeister - in Österreich, Deutschland und England.

Rapid vs. Salzburg: Gestärkt aus dem Europacup gehen beide Mannschaften gewiss nicht in den rot-weiß-roten Clasico: Salzburg hat in der Champions League zwar die Bayern 80 Minuten lang geärgert, umso bitterer war dann die 2:6-Abfuhr mit vier Gegentreffern im Finish; die Wiener wiederum boten am Donnerstag in der Europa League gegen den irischen Vertreter Dundalk eine phasenweise beschämende Leistung, die trotzdem - dank tatkräftiger Unterstützung des irischen Goalies - zu einem knappen 4:3-Heimsieg reichte. Dass die Grün-Weißen mit einer solchen Darbietung am Sonntag (17 Uhr/Sky) gegen den Serienmeister gewiss nicht reüssieren oder gar die Tabellenführung an sich reißen können (Salzburg rangiert zwei Punkte voran), weiß auch Rapid-Coach Didi Kühbauer. "Gegen Salzburg brauchen wir eine weit bessere Leistung. So wie gegen Dundalk können wir nicht agieren, denn dann kann es nicht gut ausschauen, milde ausgedrückt."

... Rapid (Fountas vs. Salzburgs Ramalho) ebenfalls. - © /Krugfoto
... Rapid (Fountas vs. Salzburgs Ramalho) ebenfalls. - © /Krugfoto

Augenscheinlich sind in Hütteldorf derzeit die offensiven Defizite - auch hervorgerufen durch die Absenz von Treff-Ass Taxiarchis Fountas. Kühbauer hofft, dass der Grieche trotz Mittelhandknochenbruchs mit einer Spezialschiene einlaufen kann. "Der Arzt wird entscheiden."

Die Bilanz spricht jedenfalls klar für die Salzburger: In den jüngsten 19 Pflichtspiel-Duellen gab es nur einen Rapid-Sieg (2:0 in der Liga im Februar 2019), dafür aber 3 Unentschieden und gleich 13Niederlagen. Von einer klaren Favoritenrolle wollte man beim Titelverteidiger dennoch nichts wissen. "Rapid wird sich wohl auch für das letzte 2:7 in Wien revanchieren wollen. Wir müssen uns also auf einen hoch motivierten und aggressiven Gegner einstellen", meinte Abwehrspieler Max Wöber vor dem Duell mit seinem Ex-Klub. Trainer Jesse Marsch kündigte an, weniger als sonst zu rotieren und also seine Einsergarnitur ins Spitzenspiel zu entsenden.

Dortmund vs. Bayern. Zwei gegen eins heißt es am Samstag (18.30 Uhr/Sky) auch in der deutschen Bundesliga, wenn im Signal-Iduna-Park das Gipfeltreffen zwischen Dortmund und Bayern steigt. Auch hier gilt: Nur mit einem Sieg können die (schwarz-gelben) Herausforderer am punktegleichen Abonnement-Titelträger aus München vorbeiziehen.

Die Dauer-Rivalen haben sich zuletzt in guter Form präsentiert und in der Königsklasse ordentlich warm geschossen - die Bayern in Salzburg, die Dortmunder beim 3:0 in Brügge. Wesentlich am BVB-Spiel ist in dieser Saison aber nicht mehr die Torausbeute vorne, sondern das Torverhindern hinten - erst zwei Mal klingelte es im Gehäuse von Roman Bürki. Womit den Westfalen am Samstag zugetraut wird, den Bayern-Express stoppen zu können, die mit 24 Treffern wiederum in der Offensivstatistik mit Abstand voran liegen. "Dortmund hat eine herausragende Mannschaft. Sie haben mit die beste Abwehr in der Bundesliga", meinte Bayern-Trainer Hansi Flick, der einen "Leckerbissen" erwartet. Der deutsche Klassiker begeistere mittlerweile nicht nur im eigenen Land, meinte der 55-Jährige. "Die ganze Welt schaut da zu. Es ist eine Sache, wo jeder motiviert ist."

"Bayern haben Respekt"

Aber auch die Bayern-Abwehr um ÖFB-Teamspieler David Alaba ist vor der schwarz-gelben Offensivpower gewarnt - besonders vor Ex-Salzburg-Stürmer Erling Haaland. Der Norweger hält bereits bei zehn Pflichtspieltoren und hat auch am Dienstag in Brügge doppelt getroffen. "Sie haben enorme Qualitäten gerade beim Umschaltspiel. Sie haben gute Tiefenläufer, nicht nur Haaland", so Flick.

"Die Bayern werden Respekt haben", meinte Dortmunds Lizenzspielerchef Sebastian Kehl. "Wir müssen mutig sein, müssen draufgehen, dann können wir sie schlagen." Allerdings: In 27 von 28 Pflichtspielen nach dem ersten Corona-Lockdown haben die Bayern gewonnen. Die einzige Niederlage setzte es im September in Hoffenheim (1:4).

Manchester City vs. Liverpool: Am Sonntag (17.30 Uhr/Sky) steigt dann noch das Gigantentreffen in England zwischen Vorjahres- und aktuellem Meister - Manchester City und Liverpool FC. Wobei, beide Teams haben heuer ihr Können noch nicht wirklich zur Schau gestellt: Die Reds haben zwar am siebten Spieltag erstmals die Tabellenführung übernommen, sind aber weit von der Vorjahresform, als es den ersten Meistertitel nach 30 Jahren zu bejubeln gab, entfernt. Die Mannschaft von Pep Guardiola wiederum findet sich aktuell nur auf dem zehnten Tabellenplatz wieder, hat jedoch bei fünf Zählern Rückstand auf den LFC ein Spiel weniger absolviert. Umso wichtiger wäre für die Citizens ein voller Erfolg im Duell der herausragenden Klubs der vergangenen Jahre, die auch heuer wieder als die absoluten Titelkandidaten gelten. "Wenn wir wieder Meister werden wollen, müssen wir diese drei Punkte holen", mahnte ManCity-Profi Gabriel Jesus.