Schon Anfang Oktober brach die erste Corona-Welle über Meister Red Bull Salzburg herein: Drei positive Tests bei Spielern sorgten für eine Mannschafts-Quarantäne sowie ein Abstellungsverbot für alle Teamspieler - nicht nur jene Österreichs. Somit hielt sich der Schaden für den Serienmeister damals in Grenzen, es kam zu keiner massenhaften Ausbreitung wie aktuell beim WAC. Doch am Montag gab es neuerlich Corona-Alarm: Just vor der nächsten zweiwöchigen Länderspielpause hat offenbar die zweite Welle Einzug gehalten: Alle sechs Teamspieler in den Reihen der Salzburger seien am Samstag vor dem Bundesliga-Hit bei Rapid am Sonntagabend (1:1) bei einer eigens durchgeführten Testung positiv gewesen, hieß es Montagvormittag. Damit seien alle Teamabstellungen abgesagt - zumindest vorerst, wurde betont. Am Montagabend hieß es dann allerdings, dass beim insgesamt dritten Corona-Test alle Profis negativ getestet worden seien.

Trotzdem muss auch ÖFB-Teamchef Franco Foda in der Nations-League-Entscheidung auf drei Akteure verzichten: Die Nominierten - Goalie Cican Stankovic sowie die Verteidiger Andreas Ulmer und Albert Vallci - können nicht nach Wien ins Team-Camp einrücken, von wo es zunächst zum freundschaftlichen Länderkampf nach Luxemburg geht (Mittwoch, 20.30 Uhr); am Sonntag wartet dann im Prater Nordirland, ehe am 18. November ebendort das wohl entscheidende Gruppenfinale gegen Norwegen steigt.

Ungarn bangt um Szoboszlai

Durchaus bemerkenswert ist, dass die am Freitag vor dem Rapid-Match durchgeführte Corona-Testreihe beim gesamten Salzburger Team noch negative Ergebnisse gebracht hatte. Positiv ist immerhin, dass die betroffenen Spieler - deren Namen nicht explizit genannt wurden - aktuell ohne Symptome seien und sich bereits in Quarantäne begeben hätten. Der Rest des Teams befinde sich in Mannschafts-Quarantäne und dürfe nur zwischen Wohnung, Trainings- und Spielort pendeln.

Besonders bitter ist dies für Salzburgs ungarischen Star Dominik Szoboszlai. Der Schlüsselspieler der Magyaren hatte bereits im Oktober das Play-off-Halbfinale um ein EM-Ticket verpasst; nach dem 3:1-Sieg des EM-Achtelfinalisten in Bulgarien wartet nun am Donnerstag im Entscheidungsspiel in Budapest Island. Falls nicht noch ein Wunder passiert, neuerlich ohne Szoboszlai.

Vorsorglich wurde am Montag von Salzburg aber eine weitere (letztlich negative) Testung bei den sechs Teamspielern durchgeführt: "Um den unterschiedlichen Testergebnissen innerhalb so kurzer Zeit auf den Grund zu gehen beziehungsweise generell größtmögliche Klarheit über den Infektionsgrad der Spieler zu erhalten", hieß es. "Daraus können sich noch mögliche Änderungen in der Vorgehensweise ergeben, die jedoch final von den Behörden getroffen werden." Dennoch kommt für den ÖFB eine nachträgliche Einrückung der Salzburg-Spieler nicht in Betracht, wie am Montag eilig mitgeteilt wurde: "Wir haben für uns entschieden, dass die Salzburg-Spieler in diesem Lehrgang keine Rolle spielen werden. Wir brauchen Planbarkeit für den Lehrgang, weil wir Verantwortung für die anderen Spieler und Betreuer haben", sagte ÖFB-Sportdirektor Schöttel. Zudem ergänzte er, dass der Einsatz von Rapid-Spielern gegen Luxemburg aufgrund der aktuellen Lage "schwer vorstellbar" sei. Wegen der Inkubationszeit könnte auch Rapids einziger A-Teamspieler, Verteidiger Maximilian Ullmann, infiziert sein. Das gilt auch für die gegen Salzburg eingesetzten Rapid-Profis Leo Greiml, Kelvin Arase und Yusuf Demir, die allesamt im ÖFB-U21-Kader aufscheinen - so wie auch Salzburgs Maximilian Wöber, der U21-Coach Werner Gregoritsch nun ebenfalls nicht zur Verfügung steht.

Wen Foda nun nachnominiert, war zunächst offen. Lediglich fix war, dass Hoffenheims Florian Grillitsch "aus persönlichen Gründen" absagte und darob Anderlechts Peter Zulj ins ÖFB-Camp nachrückte.

Dass die aktuelle Situation keine leichte ist, gibt Schöttel unumwunden zu: "Wir haben in den letzten Wochen und Monaten gelernt, dass an jedem Tag und zu jeder Stunde etwas passieren kann." Eine Absage des sportlich eher belanglosen Tests in Luxemburg kommt aufgrund der Uefa-Vermarktung nicht in Frage - auch, wenn Schöttel nicht glücklich ist: "Jetzt ist es nun einmal so, wir versuchen, es so gut wie möglich zu bewältigen."  (may)