Österreichs Fußball-Nationalteam absolviert nach dem Testspiel gegen Luxemburg am Mittwoch mit den Nations-League-Partien am Sonntag gegen Nordirland und am Mittwoch gegen Norwegen die ersten Spiele seit einem Jahr im Happel-Stadion. Große Begeisterung über die Rückkehr ins Prater-Oval ist bei ÖFB-Präsident Leo Windtner allerdings nicht spürbar, zu schwer wiegen die Auswirkungen der Corona-Pandemie. "Wir freuen uns über die Rückkehr, aber die Freude ist gedämpft, weil die Spiele unter Ausschluss des Publikums stattfinden. Wir haben daher nicht wie im Happel-Stadion gewohnt den zwölften Mann im Rücken", sagt Windtner zur Austria-Presse-Agentur.

Allerdings spekuliert der Oberösterreicher damit, dass im größten Stadion des Landes in baldiger Zukunft wieder Länderspiele vor Zuschauern über die Bühne gehen könnten. "Ich halte es für durchaus wahrscheinlich, dass wir schon im Frühjahr in der WM-Qualifikation oder in den Testspielen für die EM ins Happel-Stadion zurückkommen, hoffentlich vor Fans. Aber derzeit ist die Situation sehr schwierig, man kann keine fixen Planungen durchführen, muss ständig Plan B und C im Kopf haben." Die Pandemie verkompliziert auch die vom ÖFB herbeigesehnte Errichtung eines neuen Nationalstadions anstelle der in die Jahre gekommenen Happel-Arena. Bei der Finanzierung des Millionenprojekts hakte es schon lange vor Corona.

Die Budget-Löcher, die das Virus hinterlässt, werden das Vorhaben wohl nicht erleichtern. Dennoch gibt sich Windtner zuversichtlich. "Das Stadion bleibt auf der Agenda." Gerade in Zeiten einer Wirtschaftskrise würden sich große Investitionen auszahlen, betont der 70-Jährige. "Das Thema Infrastruktur wird bei der Regierung im Hinblick auf die Ankurbelung der Wirtschaft auf der Prioritätenliste ganz oben stehen. Ich glaube, in den nächsten zwei, drei Jahren wird die Investitions- und Förderbereitschaft gegeben sein", erklärt der ÖFB-Chef.

Möglicherweise spielt dem ÖFB auch in die Karten, dass die Neos in Wien wohl die Grünen als Regierungspartner der SPÖ ablösen. "Natürlich können Veränderungen in der politischen Situation auch zu Veränderungen der Perspektiven der Regierenden führen. Doch wir haben mit der Stadt Wien schon in den letzten Monaten eine durchaus gute Gesprächsbasis entwickelt", sagt Windtner.(apa)