Über einen breiten Kader mit auf internationalem Parkett erfahrenen Spielern kann sich jeder Teamchef nur freuen - vor allem in turbulenten Pandemiezeiten. So gesehen war der sportlich gesehen minder bedeutsame Test am Mittwochabend in Luxemburg, der einen etwas zu hoch ausgefallenen 3:0-Sieg der ÖFB-Elf brachte, äußerst aufschlussreich - weil der im Herbst schon ohnedies gestretchte Kader noch einmal erfolgreich erweitert wurde. Vor allem zwei LASK-Spieler, die im Europacup bereits ihre internationale Reife bewiesen hatten, holten sich Sonderlob von Franco Foda ab. Auch wegen ihrer Tore.

So erzielten die Defensivmänner Philipp Wiesinger (per schön gezirkeltem Weitschuss/93.) und Gernot Trauner (per Kopf/61.) in ihrem ersten beziehungsweise zweiten Länderspiel gleich ihre Premierentreffer im Nationalteam. "Gernot hatte eine gute Antizipation in der Dreierkette, hat gute Bälle erobert. Er hat ein gutes Spiel gemacht, unabhängig von seinem Tor", lobte Foda. Auch Wiesinger habe die Sache in seinem ersten Länderspiel auf der für ihn ungewohnten linken Außenbahn "gut gemacht". Mit Reinhold Ranftl und dem zweiten Debütanten Husein Balic wurden nach der Pause zwei weitere LASK-Kicker eingewechselt, mit denen Foda zufrieden war: "Sie haben sich gut eingefügt. Insofern hat das Freundschaftsspiel seinen Zweck erfüllt. Für sie war es wichtig, sich mal hier zu präsentieren in unserem Kreis."

Für die beiden Linzer Torschützen erfüllte sich so etwas wie ein Kindheitstraum: "Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, für das Nationalteam ein Tor zu erzielen", meinte Trauner. "Überglücklich" war auch Wiesinger, der erst am Montagabend auf der Couch beim Playstation-Spielen von seiner Nachnominierung erfahren hatte - und prompt über die volle Distanz zum Einsatz kam.

Auch mit Adrian Grbic, der in Minute 83 sein zweites Tor im fünften Länderspiel erzielte, durfte Foda zufrieden sein. Dennoch bemängelte der Deutsche die lange Zeit behäbige Darbietung, für die es "keine Ausreden" geben dürfe. Am Sonntag in Wien gegen Nordirland sollte er aber wieder auf mehr Stammkräfte zurückgreifen können.(may)