Red Bull Salzburg stimmt sich gegen Sturm auf den Champions-League-Hit bei Bayern München ein. Vier Tage vor dem Antreten beim Königsklassen-Titelverteidiger gastieren die unfreiwillig seit drei Wochen spielfreien Grazer beim Meister. Dieser will am Samstag (17 Uhr/Sky) sein Solo zum Titel mit dem siebenten Sieg im achten Bundesliga-Auftritt in dieser Saison fortsetzen.

Jesse Marsch begrüßte am Donnerstagnachmittag die letzten seiner zuvor im Nationalteam-Einsatz weilenden Schützlinge wieder auf dem Trainingsplatz. In der Länderspielpause stimmte der Amerikaner seine Rumpftruppe bereits auf die kommenden, "intensiven" fünf Wochen mit neun Spielen bis 20. Dezember ein. Gearbeitet wurde mit Blick auf die Champions League vermehrt an den Vorstellungen in der letzten Viertelstunde. Da kassierte Salzburg bei den Niederlagen gegen Atletico Madrid und die Bayern entscheidende Gegentore.

"Wir investieren in den ersten 75 Minuten viel, haben aber dann Fehler gemacht. Es hat mit der Konzentration in der letzten Phase zu tun, mit den Leistungen am Ball", betonte Marsch. Er habe auch analysiert, inwiefern er selbst mit seinen Einwechslungen auf das Spiel eingewirkt habe. Allzu groß spielen wollte der Coach dies aber nicht, er sprach von einem "reminder". Vergangene Saison hatte Salzburg vor allem im Finish noch zusetzen können. "Das brauchen wir wieder."

Gegen Sturm haben die Salzburger von den vergangenen neun Ligaspielen sieben gewonnen, die Grazer holten zweimal ein Remis. In dieser Saison habe sich der kommende Gegner stabil präsentiert, urteilte Marsch. "Sie haben nur vier Gegentore kassiert, verteidigen gut", erinnerte er. Und Stürmer Mergim Berisha merkte an: "Das ist ein anderes Sturm als im letzten Jahr." Der deutsche U21-Teamstürmer blickte natürlich dem Auftritt in München entgegen, gelobte aber, auch gegen Sturm "alles abzurufen".

Rotation war erneut Thema bei Salzburg. Marsch wollte erst einmal abwarten, wie sich seine Spieler nach ihren Auslandsreisen im Training präsentieren. Die Balance in der Elf sei wichtig. "Wir hatten viel Erfolg mit der Rotation, wir haben viele gute Spieler im Kader. Wichtig ist immer, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen." Patson Daka fehlt weiter aufgrund einer Muskelverletzung im Oberschenkel, Zlatko Junuzovic (Muskelprobleme) und Masaya Okugawa (Adduktoren) drohen am Wochenende auszufallen.

Sturm braucht Spitzenniveau

Bei Sturm war Rotation wiederum ein Fremdwort. Seit 1. November absolvierten die Steirer aufgrund von Spielabsagen im ÖFB-Cup (gegen Wacker Innsbruck) und der Liga (gegen WAC) kein Wettbewerbsspiel mehr. Nun steht ausgerechnet der schwere Gang nach Wals-Siezenheim an. Dort wollen sich die Grazer auf ihre Stärken besinnen. "Wir brauchen den Glauben an unsere Stärken, wollen nicht nur hinfahren und sagen, dass wir nichts zu verlieren haben. Wir wollen auf unsere Waffen setzen", sagte Trainer Christian Ilzer. Chancenlos, so der Steirer, sei man in keinem Spiel. Auch nicht gegen Salzburg. "Aber wir brauchen dann in allen Bereichen unser Spitzenniveau", unterstrich Ilzer. Er will nach der Heimniederlage gegen den LASK - es war die erste der Saison - keine weitere folgen lassen. Ansonsten droht Sturm in der Tabelle aus den Top-Sechs für die Meisterrunde zu fallen. Otar Kiteishvili absolvierte in dieser Woche bereits Teile des Mannschaftstrainings, für den Georgier kommt das Spiel aber noch zu früh.

Mit Spannung erwartet wird auch das Gastspiel des WAC am Samstag bei Altach nach dem großen Corona-Cluster bei den Kärntnern. Bis auf zwei Spieler steht Coach Ferdinand Feldhofer nunmehr der gesamte Kader wieder zur Verfügung. "Vermutlich sind nicht alle bei hundert Prozent. Aber ich glaube nicht, dass wir da her kommen und keine Chance haben", sagte der Steirer.