Der Papst schloss ihn in seine Gebete ein, in Argentinien und Napoli gingen Menschen auf die Straßen, legten Blumen und Kerzen nieder und streckten bengalische Feuer gen Himmel – dorthin, wo Diego Maradona, am Mittwoch im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben, nun vermutet wird. Schließlich hatte der argentinische Nationalheld sein ebenso legendäres wie irreguläres Tor im WM-Viertelfinale gegen England (2:1) selbst stets als mit "der Hand Gottes" erzielt, bezeichnet. "Ich hoffe, wir können eines Tages im Himmel zusammen Fußball spielen", sagte Brasiliens fußballerischer Nationalheld Pelé.

Hands-Tor, die nie erfolgte Entschuldigung hin, Drogen- und Alkoholexzesse her – davon, welchen Platz Maradona im Fußball eingenommen hat, zeugen die internationalen Reaktionen. "Es gab ein Banner in Argentinien, das habe ich vor einem Jahr gelesen. Da stand: 'Was auch immer du mit deinem Leben gemacht hast, Diego, wichtig ist, was du für unsere Leben getan hast.' Ich denke, das drückt perfekt aus, was dieser Kerl uns gegeben hat. Diesen Spaß und die Freude und seine Hingabe für den Weltfußball. Er hat die Fußballwelt besser gemacht", sagte Manchester-City-Trainer Pep Guardiola.

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Auch Weltverbands-Präsident Gianni Infantino kondolierte und würdige Maradonas Vermächtnis: Als die Welt vom Tod Maradonas erfahren hat, "haben unsere Herzen für einen Moment aufgehört zu schlagen", sagte der Italo-Schweizer. Peter Shilton, im WM-Viertelfinale 1986, als Maradona Argentinien danach zum Titel führte und in kollektiven Taumel versetzte, merkte zwar an, dass er sich eine Entschuldigung erhofft hätte – dies solle die Leistungen des argentinischen Goldjungen aber nicht schmälern. "Er war zweifellos der größte Spieler, dem ich je begegnet bin."

"Diego geht nicht weg. Er ist ewig"

Besonders groß war die Trauer in Argentinien, wo eine dreitägige Staatstrauer angeordnet wurde, sowie in Napoli, wo Maradona den Klub aus dem fußballverrückten Süden zum Highlight auf der Weltbühne gemacht hatte. "Für immer", hieß es auf dem Klub-Account, mit einem blauen Herzen versehen – "Ciao, Diego".

In der Nacht kamen dutzende Menschen in der Nähe eines Wohnblocks, an dessen Fassade ein meterhohes Gemälde des ehemaligen Spielers des SSC prangt, mit bengalischen Lichtern. Andernorts kamen Menschen im Spanischen Viertel zusammen. Auch vor dem Stadion San Paolo trafen sich Fans und legten Kerzen nieder, wie im Fernsehsender TG24 zu sehen war.

Unterdessen schlug Neapels Bürgermeister Luigi de Magistris via Twitter einen neuen Namen für das Stadion in der süditalienischen Stadt vor. "Lasst uns das San-Paolo-Stadion Diego Armando Maradona widmen", schrieb er.

So oder so versuchte sich Argentiniens aktuelle Fußballikone, Lionel Messi, in tröstenden Worten: "Diego hat uns verlassen. Aber er geht nicht weg, weil Diego ewig ist."