Österreichs "Fußballer des 20. Jahrhunderts", Herbert "Schneckerl" Prohaska, zeigt sich im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" voll Bewunderung für die verstorbene Fußballlegende Diego Maradona. Am Spielfeld sind beide "leider nur einmal" aufeinandergetroffen. "Gern hätte ich das öfter gehabt." Vor allem hätte er dann aber "liaba mit eahm statt geg’n eahm gespielt."

So blieb die Begegnung Österreich gegen Argentinien 1980 im Praterstadion das einzige Aufeinandertreffen. Österreich verlor damals 1:5. Der kleine, große Diego versenkte gleich dreimal die Kugel im Netz von Friedl Koncilia. Auch in der italienischen Liga, wo Prohaska bis 1983 (bei Inter und Roma) werkte, gab es keine direkte Begegnung mehr. Dort spielte sich Maradona ab 1984 bei Napoli in den Rang eines Nationalheiligen. "Als Gegenspieler war er wirklich nicht angenehm", erinnert sich Prohaska.

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Wie schwierig der Argentinier am Ball zu halten war, hat Prohaska bereits in einer spontanen Reaktion auf Maradonas Tod als ORF-Fersehkommentator geäußert. Gegenüber der "Wiener Zeitung" ergänzte er nun: "Er war einfach nicht zum Aufhalten. Tät’ ich heute als Trainer Anweisungen geben müssen, tät’ ich meinen Spielern sagen: Die einzige Chance ist, ihr lasst ihn nicht an den Ball kommen." Überlegene Spieler von der Qualität Maradonas würden auch sehr oft ohne Vorsatz gefoult, "weil du ganz einfach mit deiner Abwehrreaktion zu spät kommst". Der Argentinier sei ungeheuer athletisch gewesen, "obwohl er so klein war". Prohaska: "Der Messi ist fast eine Kopie von ihm. Die zwei sind Spieler wie von einem anderen Stern."

Auch bei Charity-Matches galt Maradona stets als Künstler am Ball. - © APAweb / afp, Filippo Monteforte
Auch bei Charity-Matches galt Maradona stets als Künstler am Ball. - © APAweb / afp, Filippo Monteforte

Maradona ist für Prohaska "als Sportler einer der Allzeiten-Besten. Tragisch, dass das mit dem Privaten nicht zusammengepasst hat."