Österreichs Frauen-Fußball-Nationalteam hat Frankreich kein zweites Mal ärgern können. Im Gegensatz zum 0:0 in Wiener Neustadt Ende Oktober war der Weltranglistendritte am Freitag in Guingamp im vorletzten Spiel der Gruppe J der EM-Qualifikation beim 0:3 eine Klasse für sich. Die weiter unbesiegten Französinnen haben damit jenes EM-Ticket in der Tasche, das sich die ÖFB-Auswahl am Dienstag als einer der besten drei Gruppenzweiten auch holen möchte.

In Altach wartet da (18.30 Uhr/live ORF Sport +) mit Serbien der Pool-Dritte. Da die Serbinnen vier Punkte Rückstand auf Rang zwei aufweisen, können sie an der ÖFB-Truppe nicht mehr vorbeiziehen. Mit einer leichten Aufgabe darf man nicht rechnen, war doch der 1:0-Erfolg in Nis am 8. Oktober 2019 eine Zitterpartie. "Jetzt gilt es das Frankreich-Spiel zu analysieren und den Blick nach vorne zu richten. Am Dienstag haben wir mit Serbien bereits die nächste Aufgabe vor der Brust und da wollen wir die drei Punkte holen", sagte ÖFB-Teamchefin Irene Fuhrmann.

Will man sich für die Endrunde schon jetzt qualifizieren, braucht es unbedingt einen Sieg. Der sollte wahrscheinlich auch nicht allzu niedrig ausfallen. Österreich hält bei 16 Punkten und 21:3-Toren (+18), in der Gruppe F steht da etwa Island (16/24:5/+19) vor dem abschließenden Duell in Ungarn leicht besser da. Schützenhilfe sollte es auch in der Gruppe H geben. Die Schweiz (19) ist im Schlager bei Verfolger Belgien (18) zu Gast, die ÖFB-Truppe muss darauf hoffen, dass es zu keinem Unentschieden kommt, da sonst das bessere Torverhältnis wohl für die Belgier (aktuell +27) sprechen würde.

"Achtbar geschlagen"

In Pool B sind Dänemark und Italien noch ohne Punkteverlust, da wird ein Team aller Voraussicht nach besser als Österreich abschneiden. Vieles noch möglich ist in der Gruppe E, wo Finnland (13), Portugal (13) und Schottland (9) erst fünf von acht Spielen hinter sich gebracht haben. Die Teams in den Pools A, C, D und I schneiden bei einem abschließenden Österreich-Sieg fix schlechter als Manuela Zinsberger und Co. ab.

Die Niederösterreicherin stand wie auch schon im Hinspiel gegen die Französinnen im Fokus, musste sich diesmal aber bei Toren von Wendie Renard (11.) und Marie-Antoinette Katoto (27., 73.) geschlagen geben. "Wir müssen uns eingestehen, dass Frankreich eine Top-Performance abgeliefert hat. Da können wir nur zu dieser Leistung gratulieren. Wir haben uns gegen die Nummer drei der Welt aber achtbar geschlagen", resümierte die ÖFB-Torfrau.

Das sah auch Fuhrmann so. "Wir hätten gerne in Frankreich etwas mitgenommen, aber heute war der Klassenunterschied zu sehen. Trotzdem haben wir uns ganz ordentlich verkauft", meinte die 40-Jährige. Die Niederlage sei kein Beinbruch. Sie verhinderte allerdings das vorzeitige Lösen des EM-Tickets. Frankreich meisterte als eines von bisher sechs Teams neben Norwegen, Dänemark, Schweden, Titelverteidiger Niederlande und Deutschland die Qualifikation. England ist als Gastgeber der auf 6. bis 31. Juli 2022 verschobenen Endrunde dabei. Die drei letzten Tickets werden im April 2021 im Play-off der nicht drei besten Gruppenzweiten vergeben. (apa)