Nach dem Europacup ist bekanntlich vor der Bundesliga. Das gilt nicht nur für Red Bull Salzburg, sondern vor allem für Rapid und den LASK, die am Donnerstagabend in der Europa League im Einsatz waren. Zumindest für Rapid und WAC ist die Chance auf einen Aufstieg ins Sechzehntelfinale intakt, die Wiener benötigen gegen Molde FK ein 1:0, dem WAC genügt gegen Feyenoord ein Remis. In der Bundesliga wiederum liegt der WAC auf Platz 7, für Salzburg, Rapid und LASK geht es dafür am Wochenende um viel - die erste Weichenstellung für die Krönung des Winterkönigs.

Red Bull Salzburg: Vor dem "Finale" in der Champions League gegen Atletico Madrid am kommenden Mittwoch muss der Serienmeister am Samstag (17 Uhr) bei der Admira antreten. 18 Punkte trennen den Spitzenreiter vom taumelnden Schlusslicht, das vor der Aufgabe steht, die sechste Niederlage in Folge abzuwenden. "Die Rollen bei diesem Spiel sind klar verteilt, wir kommen als Favorit", stellte Salzburgs wieder fitter Stürmer Patson Daka klar. Das unterstrich nicht nur der 8:2-Kantersieg über St. Pölten in der Vorwoche, vor allem beim 3:1 über Lok Moskau in der Champions League wussten die Salzburger zu gefallen. Damit lebt auch die Chance auf den Achtelfinal-Aufstieg der Königsklasse.

Rapid Wien: Arsenal ist für Rapid am Donnerstag mindestens eine Klasse zu stark gewesen. In einem Europa-League-Duell zweier alles andere als in Bestbesetzung angetretener Teams setzten sich die Gunners vor eigenem Publikum mit 4:1 durch. Die Hütteldorfer waren mit dem Ergebnis gut bedient, hatten die Pleite aber bewusst in Kauf genommen, um Kräfte für die nächsten Aufgaben zu schonen. Kommenden Donnerstag wartet das "Aufstiegsfinale" im Allianz-Stadion gegen Molde. Da reicht den Wienern schon ein 1:0-Erfolg für den Einzug ins Sechzehntelfinale. Bei jedem Sieg ab 2:1 mit einem Tor Unterschied hätten allerdings die Norweger das bessere Ende für sich.

Nach der heftigen Rotation gegen Arsenal peilt Rapid am Sonntag in der Bundesliga wiederum mit der stärksten zur Verfügung stehenden Formation einen Auswärtssieg gegen Hartberg an. Etwa sieben bis acht Spieler dürften im Vergleich zum Donnerstag neu in die Start-Elf kommen, sie sollen dem Tabellendritten den ersten Liga-Sieg nach zuletzt zwei Remis und einer Niederlage bescheren. Der TSV weist gegen die Wiener mit je drei Siegen und Remis bei zwei Niederlagen eine positive Liga-Bilanz auf.

Linzer ASK: Ein letzter Kraftakt hat den Linzer ASK in der Europa League dennoch vorzeitig der Aufstiegshoffnungen beraubt. Ein spätes Aufbäumen gegen den Premier-League-Spitzenreiter Tottenham half den Athletikern am Donnerstag im vorerst letzten internationalen Auftritt im kurz vor dem Abriss stehenden Linzer Gugl-Stadion nicht. Das am Ende spektakuläre 3:3 gegen die Spurs reichte nicht. Die Reise nach Rasgrad in der kommenden Woche wird damit zu einer bedeutungslosen.

Für die kommende Bundesliga- Partie gegen die SV Ried sind die Linzer dennoch gewappnet, will man doch Platz zwei in der Tabelle verteidigen. Zwei Punkte fehlen dem Linzer ASK auf Leader Salzburg, weitere zwei dahinter lauert Rapid. Für Peter Michorl, der gegen Tottenham das 1:0 erzielte, ist klar, dass man sich im Vergleich mit der internationalen Ebene keinen Leistungsabfall erlauben darf. "Derby ist Derby. Ried hat WAC geschlagen, hat Rapid geschlagen. Das ist ein richtig guter Gegner", erklärte der Mittelfeldmotor.

Fünfjahreswertung gefestigt

Eine gute Nachricht gibt es auch für den Fußball als solches. Durch die Erfolgserlebnisse von Salzburg, WAC und LASK hat Österreich Rang zehn in der Uefa-Fünfjahreswertung gefestigt. Der Vorsprung auf den Elften Schottland wuchs auf 3,7 Punkte, jener auf den Zwölften Ukraine auf 3,725 Zähler an. Sollte die heimische Liga diese Platzierung bis Saisonende behaupten, hätte der österreichische Meister im Herbst 2022 einen Fixplatz in der Champions League. Die Gefahr, noch überholt zu werden, ist gering.(rel/apa)