RB Leipzig hat sich am Dienstagabend ein Achtelfinal-Ticket in der Fußball-Champions-League gesichert. Der deutsche Bundesligist feierte im Schlager der Gruppe H gegen Manchester United einen 3:2-Heimerfolg und hängte die Engländer in der Tabelle noch um drei Punkte ab. Der Gruppensieg stand noch nicht definitiv fest, da die Parallel-Partie von Paris St. Germain gegen Istanbul Basaksehir nach einem Rassismusvorfall des vierten Offiziellen abgebrochen wurde. Die Partie soll am heutigen Mittwoch um 18.55 Uhr fortgesetzt werden. Das bestätigte die Uefa am Dienstagabend kurz vor Mitternacht. Zum Einsatz kommen soll ein neues Schiedsrichter-Team.

Die Türken weigerten sich weiterzuspielen, nachdem Assistenztrainer Pierro Webo von Schiedsrichter Ovidiu Hategan ausgeschlossen wurde. Grund war aber nicht die rote Karte, sondern ein anderer Vorfall. Der vierte Offizielle Sebastian Coltescu hatte den Kameruner als "Negro" bezeichnet, sich aber danach damit gerechtfertigt, dass er nicht "Negro", sondern "Negru" gesagt hätte - was auf Rumänisch schlicht "schwarz" heißt.

Webo war dadurch genauso außer sich wie Spieler Demba Ba, der den Referee zur Rede stellte. Nach minutenlangen Diskussionen verließen beide Teams den Platz. Kurze Zeit wurde darüber spekuliert, dass die Partie fortgesetzt werden könnte, daraus wurde am Ende aber nichts.

Frankreichs Sportministerin lobt "historische Entscheidung"

Frankreichs Sportministerin Roxana Maracineanu hat das Verhalten der Profis von Basaksehir und Paris Saint-Germain nach dem Rassismusvorfall in der Champions League ausdrücklich befürwortet und gelobt. "Heute Abend haben Sportler, Athleten eine historische Entscheidung getroffen gegenüber einer Einstellung, die sie als inakzeptabel beurteilt haben.", schrieb die Ministerin am späten Dienstagabend auf Twitter.

Sie warte die Ergebnisse der Untersuchung ab. "Aber ich kann die starke Symbolik ihrer Geste und ihrer Solidarität nur begrüßen", so Maracineanu.

Leipzig konnte sich indessen im Parallelspiel der Gruppe H den Aufstieg sichern. Die Deutschen starteten wie aus der Pistole geschossen, Angelino traf nach idealer Vorarbeit von Marcel Sabitzer schon nach 1:49 Minuten und markierte damit das schnellste Tor der Leipziger in der Königsklasse. Auch beim zweiten Treffer hatte der ÖFB-Teamspieler seine Füße im Spiel, bediente Angelino, dessen Flanke der Ex-Salzburger Amadou Haidara (13.) mit einem Volleyschuss im Netz unterbrachte. Tor Nummer drei von Willi Orban (29.) wurde zurecht wegen Abseits nicht anerkannt.

In der 69. Minute machte Joker Justin Kluivert vermeintlich alles klar. In der Schlussphase kam bei den Hausherren aber noch einmal das große Zittern, da Bruno Fernandes (80./Elfmeter) und Paul Pogba (82.) für die Engländer trafen. Der Ausgleich fiel allerdings nicht mehr. Deshalb glückte die Revanche für die 0:5-Pleite in Manchester.

Lazio mit Mühe weiter

In Pool F reichte Lazio Rom ein 2:2 gegen Club Brügge, um sich die zweite Aufstiegs-Karte neben Gruppensieger Borussia Dortmund zu sichern. Beim 2:1-Auswärtssieg der Deutschen bei Zenit St. Petersburg avancierte Youssoufa Moukoko ab der 58. Minute mit 16 Jahren und 18 Tagen zum jüngsten Spieler in der CL-Geschichte. Der Jungspund löste damit Celestine Babayaro ab, der 1994 im Anderlecht-Dress in Bukarest mit 16 Jahren und 87 Tagen gespielt hatte.

In der Gruppe G sicherte sich Juventus Turin mit einem 3:0-Erfolg beim FC Barcelona noch Rang eins, hatte nach dem Hinspiel-0:2 knapp das bessere Ende für sich. Hauptverantwortlich dafür war Superstar Cristiano Ronaldo mit einem Elfmeter-Doppelpack (13., 52.) und seinen Champions-League-Toren Nummer 133 und 134. Der dritte Treffer ging auf das Konto von Weston McKennie (20.). (apa/dpa/red)