Bayern München, Liverpool, Real Madrid, Juventus Turin und Paris Saint-Germain heißen die Meister in den wichtigsten europäischen Fußball-Ligen. An der Spitze der Tabellen stehen sie derzeit jedoch nicht. Manche der Großklubs plagen in der Corona-Saison sportliche Probleme - ein Überblick.

Bayern München hat die Tabellenführung verloren, zum ersten Mal seit mehr als sechs Jahren lacht Bayer Leverkusen von Platz eins der deutschen Bundesliga. "Wir freuen uns, dass wir da stehen. Lieber da als irgendwo anders", sagte Trainer Peter Bosz. Eine Woche vor dem direkten Duell mit dem Rekordmeister aus München ist die Werkself um ÖFB-Teamkapitän Julian Baumgartlinger nach elf Runden noch ungeschlagen.

In Spanien machten sich viele Jahre der FC Barcelona und Real Madrid den Titel untereinander aus. Doch derzeit liegt Barcelona mit neun Punkten Rückstand nur auf Platz acht von "La Liga", während Real sich durch den Derbysieg gegen den Lokalrivalen Atletico gerade erst auf Rang drei vorschob. Überraschender Erster ist Real Sociedad. Dessen Trainer Imanol Alguacil sagte vor dem Gastspiel bei Lionel Messi und Co. am Mittwochabend (21 Uhr/Dazn): "Ich hoffe, dass sie weiterhin nicht über uns reden und dass wir an der Spitze bleiben." Der Verein hatte zum letzten Mal vor 40 Jahren den Titel geholt - damals sogar zweimal hintereinander.

In der englischen Premier League hinken vor allem die Manchester-Klubs United und City der Spitzengruppe hinterher. Die Citizens von Trainer Josep Guardiola konnten gerade mal fünf Liga-Siege verbuchen, Lokalrivale United - ebenfalls in elf Partien - auch nur sechs. Die Red Devils enttäuschten nicht nur bei der Nullnummer am Wochenende. Vorne ist Tottenham Hotspur, weil Meister Liverpool die Chance verpasste, den Konkurrenten mit einem Sieg gegen Fulham von der Spitze der Premier League zu verdrängen. Am Mittwoch (21 Uhr/Sky) treffen die Rivalen im direkten Top-Duell aufeinander.

Das viertplatzierte Überraschungsteam Southampton gastiert bei Arsenal, wo es für Trainer Mikel Arteta bei einer weiteren Niederlage schon knapp werden könnte. Just Southampton-Coach Ralph Hasenhüttl wird medial als potenzieller Nachfolger bei den Gunners gehandelt.

In Italien steht mit Milan ein Großer vergangener Tage seit Wochen an die Spitze. Auf Platz zwei folgt Lokalrivale Inter Mailand - aber wo ist heuer Juventus Turin? Der Rekordmeister hält sich derzeit punktgleich mit Napoli nur auf Platz vier. Der neue Trainer Andrea Pirlo soll den zehnten Titel in Serie bringen, doch bisher blieb das Team unter seiner Führung hinter den Erwartungen zurück. Am Mittwoch (18.30 Uhr/Dazn) empfängt Juve im Duell zweier Champions-League-Achtelfinalisten Atalanta aus Bergamo. Inter bekommt es mit den nur einen Zähler zurückliegenden Neapolitanern zu tun. Milan gastiert bei Genoa - Rossoneri-Coach Stefano Pioli schwärmte zuletzt: "Diese Mannschaft hat ein echtes Herz und einen Charakter, der mich wirklich stolz macht." Sein Stürmer-Star Zlatan Ibrahimovic hofft, "dass es so weitergeht. Das Team muss sich zutrauen, den Scudetto zu gewinnen", forderte der Schwede.

In der Ligue 1 kommt Serienmeister Paris Saint-Germain in dieser Saison - auch wegen einiger Ausfälle - nur schwer in Gang und musste in der 14. Runde erneut einen Rückschlag hinnehmen. "Ich habe eine sehr, sehr müde Mannschaft gesehen", sagte Trainer Thomas Tuchel. Lyon überholte den Champions-League-Finalisten in der Tabelle, doch Erster ist derzeit ein Außenseiter: OSC Lille - zuletzt 2011 französischer Meister.