Eine Niederlage gegen Salzburg ist keine Schande, ein 2:6 gibt Rapid Wien aber durchaus zu denken auf. Fakt ist damit nicht nur, dass die Wiener sich zum vierten Mal in den jüngsten fünf Auflagen gegen die Salzburger aus dem Bewerb verabschieden mussten, sondern dass sie vor dem Bundesliga-Duell gegen die Admira am Samstag einiges zu verarbeiten haben. Innerhalb weniger Tage wurde für Ercan Kara und Co. aus einer Dreifachbelastung eine volle Fokussierung auf die Liga.

Die Salzburger tanzen hingegen weiter auf drei Hochzeiten, für sie läuft es wie geschmiert. Nach der Rückeroberung der Liga-Tabellenspitze mit einem 3:1-Heimerfolg gegen den LASK am Sonntag konnte der Meister am Mittwoch den nächsten Schlager gewinnen. "Unsere Mentalität war gut und ein großer Teil von unserem Erfolg", betonte Salzburg-Trainer Jesse Marsch. Dominik Szoboszlai (16.), Mergim Berisha (19.) und Sekou Koita (23.) sorgten mit drei Treffern innerhalb von sieben Minuten früh für die Vorentscheidung. Rapid konnte nur kurz vor - als das 1:3 durch einen Foul-Elfmeter von Taxiarchis Fountas (45.+1) gelang - und einige Zeit nach der Pause halbwegs mithalten. Nach dem Heim-2:2 gegen Molde samt Europa-League-Aus am Donnerstag und 0:3 gegen WSG Tirol in der Liga am Sonntag war es der dritte Rückschlag in einer Woche.

"Ich denke, wir sind gut gestartet und haben das Spiel bis zum ersten Tor gut unter Kontrolle gehabt, ohne Gefahr auszustrahlen. Dann haben ihnen sieben Minuten gereicht, da haben wir uns dermaßen schlecht verhalten", resümierte Rapid-Coach Dietmar Kühbauer. Schon zuletzt gegen Tirol hatte man sich in der Defensive Nachlässigkeiten erlaubt. Das erste Gegentor war ein Wirkungstreffer. "Dann haben wir den Kopf verloren. Es ist sicher ein Teil Folge der langen Herbstsaison. Ich glaube, wir haben im Moment nicht mehr die mentale Stärke, die uns zuvor ausgezeichnet hat. Die Spieler machen sich im Moment zu viele Gedanken, wenn was passiert und glauben nicht mehr an ihre Qualitäten nach vorne." Gegen die Admira will man sich dennoch mit einem positiven Gefühl in den Winter verabschieden. "Ein Sieg würde uns allen gut tun."(apa/red)