Es war das Thema dieses Fußballsommers, sieht man einmal großzügig über Corona hinweg: das Dann-doch-nicht-Wechseltheater des argentinischen Superstars Lionel Messi, der mit der Entwicklung beim FC Barcelona nicht mehr zufrieden war und Abgangsgelüste hegte. Nun ist etwas Ruhe in die Causa eingekehrt - doch es könnte nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm gewesen sein. Denn nach Ablauf dieser Saison könnte Messi einen neuen Anlauf für einen Wechsel nehmen. Ob es dazu kommt, lässt der Rekordtorschütze seines Vereins selbst nach wie vor offen. "Ich weiß nicht, ob ich gehen werde. Aber - hypothetisch gesprochen - wenn ich es tue, möchte ich es auf die bestmögliche Art tun", sagte der 33-Jährige, der seit seinem 13. Lebensjahr bei Barca spielt, in einem am Sonntag veröffentlichten Interview des Fernsehsenders La Sexta.

Auch auf die Frage, welcher Klub ihn interessieren könnte, antwortete Messi ausweichend. "Ich konzentriere mich auf das, was wir in diesen sechs Monaten machen können", sagte er. Nach 14 Spielen in der Liga liegen die Katalanen nur auf dem fünften Rang in der Tabelle, am Dienstag fehlt der Superstar im Spiel gegen Eibar wegen einer Knöchelblessur.

Messi bestätigte indessen Gerüchte, wonach ihn ein Wechsel in die USA reizen würde. "Ich habe immer gesagt, dass ich gerne in den Vereinigten Staaten spielen würde, dass ich die Erfahrung genießen möchte, dort zu leben und die Liga kennenzulernen. Aber ob es so kommen wird, weiß ich nicht", sagte der Starstürmer.

Vom Präsidenten "betrogen"

"Letzten Endes" werde aber nach Barcelona zurückkehren, meinte Messi. "Ich werde wieder in die Stadt zurückkehren, um beim Klub zu arbeiten und etwas beizutragen."

Seine Verbindung mit dem FC Barcelona und der katalanischen Metropole sei "eine Geschichte der Liebe", hielt der Argentinier fest. Was auch immer passiere, dies werde sich für ihn nicht verändern. Auf seine Zukunft nach Ende der Karriere als Aktiver angesprochen, meinte Messi, dass er sich nicht als Trainer sehe, sondern "vielleicht als Sportdirektor".

So groß seine Liebe zum Klub sei, so angeschlagen war zuletzt das Verhältnis mit dem mittlerweile zurückgetretenen Präsidenten Josep Maria Bartomeu. Dieser habe ihn "oft und über Jahre betrogen", sagte Messi. Die Ablöseforderung, die laut unbestätigten Medienberichten bei 700 Millionen Euro gelegen haben soll, hätte kein Verein zahlen können oder wollen. Im kommenden Juni aber endet der laufende Vertrag - und Messi wäre ohne Ablösezahlung frei. Ab Jänner darf er Gespräche mit möglichen Interessenten führen. (apa/art)