Die bisherige Saison lief für Italiens Serienmeister Juventus nicht gerade nach Wunsch. In der Serie A liegt die Mannschaft als Fünfter genau zehn Punkte hinter dem wiedererstarkten AC Milan, dazwischen rangieren auch noch Inter, Napoli und die AS Roma (die aber bis auf Napoli allesamt ein Spiel mehr absolviert haben). Doch als es um den ersten Titel der Saison ging, waren die Turiner wieder voll da: Am Mittwochabend holten sie sich den italienischen Supercup mit einem 2:0-Sieg gegen Cupsieger Napoli - es war gleichsam die Revanche für das im Juni verlorene Cupfinale.

Das 1:0 schoss Cristiano Ronaldo nach gut einer Stunde (64.) im Anschluss an einen Corner. Es war das 760. Tor in der Profi-Karriere des bald 36-jährigen Portugiesen.

Juves Trainer Andrea Pirlo feierte seinen ersten Titel als Trainer, auch weil Napolis Lorenzo Insigne kurz vor Schluss einen Elfmeter neben das Tor setzte. Alvaro Morata erhöhte mit der letzten Aktion des Spiels auf 2:0.

Für Ronaldo war es schon das 760. Tor seiner Karriere, er wollte danach aber nicht sich, sondern das Team in den Mittelpunkt gestellt sehen.  "Das ist das Juve, das wir lieben, dem wir vertrauen, und es ist dieser Geist, der uns zu den Siegen bringt, die wir wollen. Gut gemacht, Jungs!", schrieb der 35-Jährige in den Sozialen Netzwerken. Es war Ronaldos 33. Titel, der vierte mit Juventus.

Ronaldos neue Tormarke wurde in einigen Statistiken als neuer Weltrekord ausgewiesen, allerdings führt die Fifa Josef Bican mit 805 Toren als Besten. Der gebürtige Wiener, der unmittelbar nach dem Ende der Wunderteam-Ära zum ÖFB-Team stieß, erzielte seine Tore unter anderem für Rapid, Admira und Slavia Prag sowie für die österreichische und tschechoslowakische Nationalmannschaft.

Abgesehen von der Bican-Bilanz steht auf dem Weg zum Ronaldo-Torrekord auch noch die Marke von Pele im Raum. Der Brasilianer behauptet, über 1.000 Tore für Santos geschossen zu haben, offiziell beglaubigt ist diese Zahl aber nicht. (art/apa/dpa)