In der Debatte um eine mögliche europäische Superliga im Fußball hat sich nun auch Margaritis Schinas, Vizepräsidet der europäischen Kommission, zu Wort gemeldet. Für ihn passe die "europäische Lebensweise nicht dazu, dass Fußball den Reichen und Mächtigen vorbehalten" sei, sagte er zu "Politico".

Am Tag davor hatte sich die Uefa im Kampf gegen die Pläne einiger Klubs, eine geschlossene Eliteliga für 18 Topvereine, einen mächtigen Partner an Bord geholt. Neben allen anderen Konföderationen hatte auch der Weltfußballverband Fifa solchen Ideen eine Abfuhr erteilt – und den betroffenen Spielern und Vereinen mit einem Ausschluss aus sämtlichen anderen Bewerben erteilt. Damit ist die Gründung einer europäischen Liga zwar mehr oder minder vom Tisch – weitere Pläne sind aber bereits in der Schublade.

Denn die Fifa, die dem Europaverband auch mit der Verlegung der eigentlich für Sommer geplant gewesenen Klub-WM entgegengekommen war, will ihre eigenen Interessen vorantreiben. Fifa-Chef Gianni Infantino hatte bereits im Herbst erklärt, zwar kein Interesse an einer europäischen Topliga, sehr wohl aber an neuen weltumspannenden Bewerben zu haben.

Für die europäische Kommission ist indessen klar, dass man Formate mit Auf- und Abstieg beziehungsweise einer Qualifikation über die nationalen Ligen klar präferiere. "Darauf basiert das europäische Sportsystem", sagte Schinas. Ein Franchise-Modell, wie es im US-Sport üblich ist, ist dabei nicht vorgesehen – unter der Hand aber freilich nicht ganz undenkbar, so lange das Geld passt. Und auch die Champions League dürfte vor weiteren Reformen stehen. Schon die jüngsten haben eine Bevorzugung der Topligen mit sich gebracht - gleichzeitig allerdings auch eine Aufwertung der Europa League.

Die European Club Association hat sich seit der gemeinsamen Stellungnahme von Fifa, Uefa und Co. nicht zu Wort gemeldet.