Eigentlich schien das letzte Wort gesprochen. Doch es ist eben nicht immer alles so, wie es scheint. Auch eine Woche, nachdem sich alle Kontinentalkonföderationen ebenso wie der Weltfußballverband dem europäischen Verband Uefa angeschlossen und einer europäischen Superliga eine klare Absage erteilt haben, ist die Sache offenbar noch immer nicht vom Tisch.

Die Umsatzeinbußen, die die Klubs nicht nur, aber auch Corona-bedingt hinnehmen mussten, belegt in der aktuellen Football-Money-League-Studie des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Deloitte, sowie die Berichte über einen drohenden Konkurs des FC Barcelona, haben die Argumente jener, denen auf der Suche nach neuen Einnahmequellen alle Mittel recht sind, befeuert.


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Auch vor diesem Hintergrund erneuerte Spaniens Liga-Präsident Javier Tebas am Donnerstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters seine Warnung vor einer solchen Liga, die zwar unzweifelhaft aufgrund potenter Sponsoren kurzfristig Geld bringen würde, andererseits aber nicht nur die Champions League, sondern auch die nationalen Ligen vor Probleme stellen würde, seine Kritik an den Plänen, von denen manche Klubs noch immer nicht abgerückt sind.

Geschlossene Gesellschaft

Eine geschlossene Gesellschaft für 18 prominente Vereine in Europa, die unter dem (Arbeits-)Titel European Premier League um eine neue Trophäe und viel Geld spielen würden, wäre nicht nur ein "Desaster" für die Ligen, sondern auch ein "Schuss ins Knie" für diejenigen, die sie vorantreiben würden. "Sie würde durch die Zerstörung der Ligen nicht nur den Fußball im Allgemeinen ruinieren, sondern auch jene Klubs, die ihre Fürsprecher sind", sagte Tebas.

Schon davor hatte die EU-Kommission die Pläne kritisiert, schließlich basiere das europäische Sportmodell auf den Prinzipien einer sportlichen Qualifikation, Auf- und Abstieg. Die Fifa wiederum schloss sich den Protesten ebenfalls an und drohte Vereinen und Spielern, die an einem solchen Bewerb teilzunehmen gedenken würden, mit dem Ausschluss aus allen anderen Wettkämpfen. Allerdings verfolgt auch sie eigene Ziele, die nicht eine (neue) europäische Topliga, sondern einen verstärkten globalen Wettkampf vorsehen. Das letzte Wort ist eben doch noch lange nicht gesprochen.