Vizemeister Rapid Wien hat am Sonntag seinen Ruf als Angstgegner des Linzer ASK untermauert. Das 2:1 der Wiener in Pasching bedeutete den fünften Sieg in Folge über die Oberösterreicher, die als Tabellenvierter nun sechs Zähler hinter Rapid und sieben Punkte hinter Spitzenreiter Salzburg liegen und aus den jüngsten fünf Runden vier Punkte holten. Dabei ist das Erfolgsgeheimnis der Hütteldorfer nicht neu: Rapid wendet gegen den LASK mit Regelmäßigkeit den Kick-and-Rush-Stil an, mit dem die Oberösterreicher einfach nicht zurechtkommen.

Dies musste sich Trainer Dominik Thalhammer auch dieses Mal eingestehen. "Als Mannschaft ist es nicht leicht, sich darauf einzustellen. Wir versuchen anzupressen und es kommt immer ein langer Ball auf Kara, der ein Unterschiedspieler ist und Bälle unglaublich verteidigt. Da kommt man einfach nicht in einen Rhythmus rein." Thalhammer sprach in diesem Zusammenhang sogar von einem "Ping-Pong-Spiel" des Gegners. "Es ist Rapid vor allem in der ersten Hälfte gelungen, dass wir uns in lange, zweite Bälle haben verwickeln lassen." Der Trainer zeigte sich verwundert darüber, dass Rapid auf einen Aufbau mittels Kurzpassspiel verzichtete. "Dass sie jeden Ball nach vorne geschossen haben, war überraschend, aber legitim."

Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer dürfte die Zauberformel gegen die Linzer gefunden haben. "Ich habe die ersten Spiele gegen den LASK verloren, dann hat es ein Umdenken gegeben", erzählte der Burgenländer. "Jetzt wissen wir, was gegen den LASK zu tun ist." Sein Team hält nach den ersten 15 Runden bei 33 Punkten und 10 Siegen - diese Ausbeute gelang zuletzt in der Saison 2004/2005. Fünf Siege in den ersten sieben Auswärtspartien schaffte der Rekordmeister überhaupt noch nie. Außerdem etablierten sich die Wiener mit dem vierten Liga-Sieg in Folge als erster Salzburg-Jäger. Diese Bilanzen interessieren Kühbauer im Moment aber nur peripher. "Wir werden den Ball weiterhin flach halten", sagte er.

Kühbauer spart nicht mit Lob

Aufgrund des Cup-Outs im Dezember ist Rapid am kommenden Wochenende spielfrei, die nächste Partie steigt erst am 9. Februar im Allianz-Stadion gegen den WAC. Bis dahin sollten die gegen den LASK fehlenden Dejan Ljubicic, Maximilian Hofmann und Yusuf Demir ihre Blessuren auskuriert haben. Das Fehlen dieses Trios wurde relativ locker weggesteckt. "Wir haben eine gute Kameradschaft und können auch mit Ausfällen gut leben", betonte Kühbauer. Daher kostete ihn der Disput zwischen Mateo Barac und Kelvin Arase nach Spielende nur ein Schulterzucken. "Die beiden sind sehr gute Freunde, da gibt es kein Problem."

Vor den Vorhang bat Kühbauer zwei andere Spieler. Srdan Grahovac und Leo Greiml rutschten aufgrund der Verletzungen kurzfristig in die Mannschaft und lieferten eine mehr als solide Darbietung ab. "Grahovac ist ein absoluter Teamplayer, den man immer einsetzen kann und der alles für die Mannschaft tut. Genau diese Fußballer sind heutzutage enorm wertvoll, auch wenn sie vielleicht von den Fans nicht immer die gleiche Wertschätzung bekommen wie ein Offensivspieler, der Tor um Tor schießt", sagte der Rapid-Trainer. Sonderlob gab es auch für Greiml. "Entscheidend ist, dass er immer zurückkommen will", so Kühbauer. Dasselbe gilt derzeit wohl auch für Rapid.