Die Superliga und kein Ende: Eigentlich hat es vor knapp zwei Wochen nach einer gemeinsamen Stellungnahme aller Konföderationen samt des Weltfußballverbandes Fifa danach ausgesehen, als sei das Projekt, das einigen Topklubs zwecks Gewinnmaximierung vorschwebte, zu Grabe getragen. Doch dass Totgesagte länger leben, konnte man damals schon erahnen. Die Fifa schlug sich zwar damals auf die Seite der Europa-Konföderation, die einer neuen Liga wegen der Angst vor einer Konkurrenz zur Champions League argwöhnisch gegenübersteht, dürfte aber ihre eigenen Pläne verfolgen.

Nun meldete sich auch die Gruppe "Football Supporters Europe" (FSE) zu Wort. "In den Augen der überwältigenden Mehrheit der Fans ist das ein unpopuläres, illegitimes und gefährliches Projekt", heißt es in einer Erklärung des Fan-Netzwerkes vom Dienstag. Diese ist von zahlreichen Bündnissen und Fanklubs europäischer Spitzenteams unterzeichnet.

"Eine derartige Liga würde das europäische Modell des Sports, das auf allgemein anerkannten Prinzipien wie sportlicher Leistung, Auf- und Abstieg, Qualifikation zu europäischen Wettbewerben über nationale Erfolge und finanzieller Solidarität beruht, zerstören", erklärte FSE. Sie würde die wirtschaftliche Basis des europäischen Fußballs und der nationalen Wettbewerbe untergraben und noch mehr Reichtum und Macht in den Händen einiger weniger Topklubs konzentrieren. Ähnlich hatte davor auch schon die EU-Kommission argumentiert.

 

Welches Spiel treibt Infantino?

Die Einführung einer Super League wird seit längerem diskutiert. Zuletzt hatte der spanische Liga-Chef Javier Tebas der englischen Zeitung "The Sun" gesagt, dass Fifa-Präsident Gianni Infantino direkt in die Pläne involviert sei. Nach seiner Aussage sollen die Pläne für den neuen Wettbewerb bereits im Februar öffentlich gemacht werden. Im Jahr 2022 solle die Liga dann starten.

Die Aussagen stehen im Gegensatz zur Ankündigung des Weltverbands FIFA und mehrerer Kontinentalverbände, wonach Klubs und Profis bei einer Teilnahme an dem neuen Wettbewerb harte Konsequenzen drohen sollen. In einer gemeinsamen Stellungnahme hatten die Verbände "mit Nachdruck" erklärt, dass ein solches Konstrukt weder von der Fifa noch von einer der Konföderationen anerkannt würde. Das letzte Wort dürfte aber noch nicht gesprochen sein. (art)