Der DFB-Pokal bot bisher schon so manche Überraschungen: Der große FC Bayern hatte sich schon vor dem Achtelfinale gegen Holstein Kiel verabschiedet, das seinen Siegeslauf in diesem fortsetzte; Bayer Leverkusen rutschte am nassen Rasen der Essener Hafenstraße sogar gegen den Viertligisten Rot-Weiß aus. Es waren Warnungen, die bei den anderen Favoriten offenbar gewirkt haben. Denn am Mittwoch setzten sich in RB Leipzig, VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach großteils die in ihren Partien jeweils höher eingeschätzten Mannschaften durch. Komplettiert wird das Viertelfinale von Zweitligist Jahn Regensburg, der im Elferschießen gegen den Oberhaus-Klub 1. FC Köln die Oberhand behielt.

Mittendrin statt nur dabei war auch ein Österreicher: Kapitän Marcel Sabitzer führte die Leipziger mit einem Elfertor und einem Assist zu einem sicheren 4:0 gegen den Zweitligisten VfL Bochum. Wolfsburg mühte sich gegen Bundesliga-Schlusslicht Schalke 04 zu einem 1:0. Mönchengladbach setzte sich beim VfB Stuttgart mit 2:1 durch.

Regensburg steht zum ersten Mal in der Klubgeschichte in der Runde der letzten Acht, Leipzig zum zweiten Mal. 2019 war der Red-Bull-Klub erst im Finale an Bayern München gescheitert. Weil sich der Serienmeister aus München in dieser Saison überraschend bereits in der zweiten Runde verabschiedet hat, scheinen die Chancen der Konkurrenz auf einen Titel groß wie selten.

Sabitzer profitierte erst von einem Ballverlust der Bochumer. Eine Flanke des Steirers verwertete Amadou Haidara per Flugkopfball (11.). Nach einem Foul an Christopher Nkunku stellte Sabitzer mit einem präzise ins linke Eck verwerteten Strafstoß auf 2:0 (45.+1). Für den 26-Jährigen war es das vierte Pflichtspieltor in dieser Saison, das erste im Cup. Nach Seitenwechsel schlug auch noch Yusuf Poulsen zweimal zu (66., 75.). Eine Viertelstunde vor Schluss war der Arbeitstag für Sabitzer beendet. Bei den Bochumern wurde Robert Zulj in der 61. Minute eingewechselt.

Wolfsburg mit Glück

Die Wolfsburger benötigten gegen den Krisenklub Schalke einiges an Glück. Der Tabellenletzte der Bundesliga war dem Team von Trainer Oliver Glasner zumindest ebenbürtig, vergab aber eine Reihe von Großchancen. Für die Entscheidung sorgte ein Elfmeter-Nachschuss von Wout Weghorst nach einem von ihm selbst vergebenen Strafstoß (40.). ÖFB-Teamspieler Xaver Schlager war zuvor gefoult worden. Schlager wurde im Finish ausgewechselt, Schalkes Alessandro Schöpf saß auf der Ersatzbank.

Mönchengladbach drehte die Partie in Stuttgart nach einem frühen Rückstand. Shootingstar Silas Wamangituka hatte den VfB in Führung gebracht (8.), die Antwort lieferten die beiden Franzosen Marcus Thuram (45.+1) und Alassane Plea (50.). ÖFB-Stürmer Sasa Kalajdzic ließ für Stuttgart per Kopf zwei Ausgleichschancen liegen (61., 65.). Sein bei Gladbach engagierter Landsmann Stefan Lainer hatte in der Schlussphase Glück, als ihm der Ball an die Hand sprang, der Videoschiedsrichter aber nicht auf Elfmeter entschied. Klubkollege Hannes Wolf wurde in den Schlussminuten eingewechselt.

Auslosung am Sonntag

Köln verspielte in Regensburg ohne den langzeitverletzten Florian Kainz eine 2:0-Führung. Im Elfmeterschießen vergaben zwei Schützen, bei Regensburg nur einer. Am Tag zuvor waren bereits die beiden Bundesligisten Werder Bremen und Borussia Dortmund ins Viertelfinale eingezogen. Die Paarungen der Runde der letzten Acht werden am Sonntag ausgelost. Gespielt wird am 2. und 3. März. Die Halbfinali sollen am 1. und 2. Mai folgen, das Endspiel am 13. Mai in Berlin. (art/apa)