Welche Auswirkungen der mangelnde Erfolg in der Heimat auf den Europacup haben kann, davon kann der FC Liverpool aktuell ein Liedchen singen. Zumindest mental kommt auf die Reds, die in der laufenden Premier League nach drei Niederlagen in Folge schwer angeschlagen sind, im Champions-League-Achtelfinalhinspiel am Dienstag gegen RB Leipzig (21 Uhr/Sky) einiges zu. Nachdem die Titelverteidigung in der Liga perdu scheint, kann und darf man sich nicht auf europäischer Ebene auch noch ein Ausscheiden leisten. Das spielt freilich Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann in die Hände, leichter macht es die Aufgabe für sein Team aber nicht.

"Die Ergebniskrise haben sie nicht in der Champions League, sondern in der Premier League. Dort haben sie den Titel abgehakt, und ihr Fokus liegt jetzt nur noch auf der Champions League. Sie werden versuchen, die negativen Dinge abzuschütteln", sagte Leipzigs Chefcoach, der den Gegner dennoch als "leichten Favoriten" sieht. Gespielt wird in der Puskas-Arena in Budapest, da die Liverpool-Kicker aufgrund von Covid-19 nicht in Deutschland einreisen durften. Aber wenn es nur das wäre. Während Nagelsmanns Team quasi in Bestbesetzung antreten kann, plagen Liverpool Personalprobleme. Abwehrchef Virgil van Dijk sowie die Innenverteidiger Joel Matip und Joe Gomez stehen nicht zur Verfügung, Mittelfelder Jordan Henderson musste zuletzt im Abwehrzentrum spielen. Genau da wollen Marcel Sabitzer und Co. nun ansetzen. "Wir müssen so viel Druck aufbauen, dass die eine oder andere Verteidigungssituation nicht hundertprozentig sitzt", so Nagelsmann. Über mangelnden Erfolg in der Liga kann sich der Coach nicht beklagen. Vier Pflichtspiele in Folge hat Leipzig zuletzt gewonnen.

Sein jüngstes Liga-Pflichtspiel gewonnen hat auch der FC Barcelona, der im zweiten Achtelfinal-Hinspiel am Dienstag im Camp Nou auf Paris Saint-Germain trifft (21 Uhr/Dazn). Lediglich, dass die Katalanen in der Tabelle noch immer hinter Atletico und Real Madrid rangieren, trübt das Bild. Dafür bescheinigte Coach Ronald Koeman Superstar Lionel Messi vorab eine "fantastische Form", was zumindest viel hilft, zumal bei den Franzosen mit dem ehemaligen Barca-Profi Neymar der Star der Mannschaft ausfällt und auch Angel Di Maria verletzt ist. PSG-Coach Mauricio Pochettino betonte nichtsdestotrotz: "Wir müssen am Dienstag bereit sein. Und wir werden bereit sein."

Thema bei der Begegnung wird freilich das Gerücht sein, wonach Messi nach Paris wechseln könnte. Der Vertrag des Argentiniers bei seinem Langzeitklub läuft bekanntlich aus. Ebenso wird wohl auch die Erinnerung an das Achtelfinal-Duell 2016/17 ausgegraben: PSG gewann damals zu Hause 4:0, ging im Rückspiel in Barcelona aber mit 1:6 unter. Auf nationaler Ebene wurden die Pariser dann übrigens nur Vize-Meister. Das mit den Auswirkungen bei mangelndem Erfolg ist also keine Einbahnstraße.(rel/apa)