Liverpool und Paris Saint-Germain stehen vor dem Einzug ins Viertelfinale der Fußball-Champions-League. Die Engländer feierten am Dienstag im Achtelfinal-Hinspiel in Budapest auch wegen eines schweren Fehlers von ÖFB-Teamspieler Marcel Sabitzer einen 2:0-Sieg über RB Leipzig. Die Pariser setzten sich auswärts gegen den FC Barcelona mit 4:1 durch. Die Rückspiele steigen am 10. März.

Die Leipziger erwischten in der Puskas Arena, wo am Donnerstag der WAC in der Europa League auf Tottenham trifft, den besseren Start. Dani Olmo hatte in der fünften Minuten mit einem Stangenkopfball Pech. Nach etwa einer Viertelstunde fand Liverpool besser ins Spiel, Mohamed Salah scheiterte alleine vor RB-Goalie Peter Gulacsi (16.). Andrew Robertson überraschte Gulacsi beinahe mit einem Fernschuss (33.), davor hatte Leipzig-Kapitän Sabitzer Liverpool-Keeper Alisson von der Strafraumgrenze aus geprüft (17.).

Nach der Pause ließ zunächst Leipzigs Christopher Nkunku eine Topchance aus, als er in Alisson seinen Meister fand (47.). Dann folgten zwei Aussetzer der Sachsen, die Liverpool wohl den Weg ins Viertelfinale ebneten. Sabitzer spielte einen haarsträubenden Fehlpass auf Salah, der Ägypter ließ sich die Chance nicht nehmen und stellte auf 1:0 für den englischen Meister (53.).

Fünf Minuten später gab Nordi Mukiele bei einem langen Ball von Curtis Jones eine äußert unglückliche Figur ab, Sadio Mane lief allein aufs Tor und erzielte den zweiten Treffer der "Reds", die zuletzt in der Premier League dreimal in Folge verloren hatten. Von einer neuerlichen Niederlage war Liverpool diesmal weit entfernt, zu ideenlos kämpfte Leipzig im Finish um den Anschluss. Die beste Chance auf das Ehrentor vergab Ex-Salzburger Hwang Hee-chan, sein Lupfer verfehlte knapp das Ziel (93.).

Einen noch klareren Vorteil fürs Rückspiel verschaffte sich PSG. Die Partie in Barcelona verlief zunächst ausgeglichen, Antoine Griezmann (14.) beziehungsweise Mauro Icardi (19.) vergaben die erste Gelegenheiten. Wenig später kam Frenkie de Jong im Laufduell mit Layvin Kurzawa zu Fall, den dafür verhängten Elfmeter verwandelte Lionel Messi (27.). Der Argentinier hat nun seit 2005 in jedem Kalenderjahr in der Champions League getroffen und damit den Rekord von Raul (1995 - 2011) eingestellt.

Der Star des Abends war aber Kylian Mbappe. Der Weltmeister tanzte in der 32. Minute die Barca-Abwehr auf engstem Raum aus und schoss den Ausgleich, dann brachte er die Gäste in der 65. Minute in Führung. Zuvor hatte Gerard Pique einen Pass von Alessandro Florenzi vor die Füße von Mbappe geklärt. Bereits fünf Minuten später köpfelte Moise Kean nach Freistoßflanke von Leandro Paredes das 3:1 für den Champions-League-Finalisten der Vorsaison, ehe Mbappe mit einem Schlenzer ins Kreuzeck den Endstand besorgte (85.). Damit fuhr Paris auch ohne den verletzten Neymar einen souveränen Sieg ein und nahm Revanche für das legendäre 1:6 gegen die Katalanen im Camp Nou vor vier Jahren.

Angeschlagene Borussen, Juve will weiße Weste behalten

Während Liverpool und PSG eine gute Ausgangssituation gefunden haben, sucht Borussia Dortmund noch die Erfolgsstraße. Die Deutschen müssen am Mittwoch (21 Uhr/Dazn) im Champions-League-Achtelfinal-Hinspiel beim FC Sevilla eine aktuell durchwachsene Saison in eine positive Richtung bringen. Da der BVB national schwächelt, sind die Spanier in der Favoritenrolle. Für Edin Terzic ist es zwei Tage, nachdem bekannt wurde, dass ihn Marco Rose nach der Saison beerbt, die Premiere als Coach in der Königsklasse.

"Wir wollen die Chance wahrnehmen, in einem anderen Wettbewerb unser wahres Gesicht zu zeigen", sagte der 38-Jährige. Sein Team hat nur zwei der jüngsten sieben Pflichtspiele gewonnen, in der Liga wurden bei zuletzt sechs Anläufen nur fünf Punkte gesammelt. Der sechsfache Europa-League-Champion tritt demgegenüber mit dem Selbstvertrauen von neun Pflichtspielsiegen en suite an, seit 709 Minuten ist das Team von Coach Julen Lopetegui zudem ohne Gegentor. "Wenn man die aktuelle Form vergleicht, ist Sevilla natürlich eindeutig im Vorteil. Sie spielen sehr guten Fußball, haben einen Lauf", sagte Terzic: "Aber wenn wir es schaffen, unsere Leistung konstant über 180 Minuten oder mehr auf den Platz zu bekommen, sehe ich Chancen."

Ebenfalls am Mittwoch ist Juventus Turin im Estadio do Dragao beim in der portugiesischen Liga zweitplatzierten FC Porto zu Gast und will dabei weiter unbesiegt bleiben. Von bisher vier Duellen hat Juventus bei einem 0:0 dreimal als Sieger den Platz verlassen - zuletzt 2017 im Achtelfinale mit 2:0 und 1:0 - und insgesamt erst einen Gegentreffer kassiert. In der Liga gab es zuletzt nach einer guten Phase mit einem 0:1 bei Napoli einen Rückschlag im Titelrennen.

"Sie hatten keinen Schuss aufs Tor, und wir haben wegen eines dubiosen Elfmeterpfiffs verloren. Wenn man so viele Spiele spielt, verliert man ein bisschen Schärfe, aber sie haben alle sehr gut gespielt", meinte Juve-Trainer Andrea Pirlo. Mit Rang vier liegt man jedenfalls hinter den Erwartungen zurück. In der Königsklasse will man ein Out wie 2020 gegen Lyon tunlichst vermeiden. (apa)