Man kann es natürlich auch so machen: Monatelang nichts sagen, die Berater und Vereinsangestellten streiten lassen, wieder nichts sagen, spielen, selbst streiten, wieder so tun, als wäre nichts und wieder ein bisserl was reden und dabei nichts sagen. Und dann kann man die Presse schreiben lassen, was sie will, eine Ankündigung ankündigen - und wieder nichts ankündigen. In etwa so gestaltete sich die Ménage à Trois zwischen David Alaba, seinem Management und dem FC Bayern, die am Dienstag in Form einer Pressekonferenz ihren Höhepunkt fand. David Alaba wird die Münchner zu Saisonende verlassen, so viel sagte er - und so viel war bereits vorher festgestanden. Wo es indessen hingeht, habe er noch nicht entschieden, sagte Alaba. "Die Entscheidung hab ich noch nicht getroffen, wo die Reise hingeht. Da ist sicherlich noch Zeit", sagte Alaba über seine Zukunft.

Medien wollen indessen wissen, dass seine nächste Destination nur Real Madrid oder Manchester City heißen kann. Obwohl Alaba im Sommer ablösefrei zu haben ist, wären wohl nur diese beiden Vereine in der Lage, den Forderungen von Alaba für einen künftigen Vertrag Folge zu leisten. Berichten zufolge will Alaba von seinem künftigen Arbeitgeber einen Fünf-Jahres-Kontrakt mit einem Bruttogehalt von insgesamt 110 Millionen Euro. Das berichtete die spanische Sportzeitung "As" am Montag in ihrer Online-Ausgabe. Demnach sei Real Madrid zwar weiterhin der Favorit auf eine Verpflichtung des Wieners. Allerdings sei auch Manchester City bereit, in dieser Höhe in den 28-Jährigen zu investieren.

Kritik und Respekt

Real wäre bereit, Alaba ein Jahresgehalt von 11 Millionen Euro netto zu bieten. Das seien 22 Millionen Euro brutto, rechnete "As" unter dem Titel "Ein Fluss aus Gold für Alaba" vor. Das Konkurrenzblatt "Marca" hatte Mitte Jänner bereits von einer Einigung Alabas mit den Madrilenen berichtet. Vater George Alaba hatte die Meldung aus Spanien allerdings zurückgewiesen und von "vielen Interessenten" für seinen Sohn gesprochen.

Fakt ist jedenfalls, dass Alaba künftig der bestbezahlte österreichische Fußballer aller Zeiten wird. Schließlich hat der Österreicher, der sowohl in der Innen- als auch in der Linksverteidigung eingesetzt werden kann - bei Bedarf auch woanders bis hin zum Mittelsturm, wenngleich der Erfolg in den bisherigen Versuchen dort endenwollend war - nicht nur viele Optionen offen, sondern auch einige Erfolge in seinem Lebenslauf stehen, wenngleich sie allesamt verknüpft mit dem FC Bayern sind. Vor mehr als zehn Jahren ist der mittlerweile 28-Jährige in die deutsche Fußball-Hauptstadt gewechselt, hat dort neun Meistertitel und zwei Champions-League-Siege gefeiert - unter anderem.

Doch obwohl er auch in der jüngeren Vergangenheit zum Stammpersonal der Münchner gezählt hatte, waren die Szenen der Entfremdung schon seit dem Champions-League-Titel im vorigen Sommer nicht zu übersehen, auch Trainer Hansi Flick übte - für ihn ungewöhnlich - öfters Kritik an dem Wiener. Dass er dennoch - trotz des kaum zu verleugnenden Wissens um die Abschiedsankündigung - auch beim 3:3 gegen Bielefeld am Montag aufgeboten wurde, spricht für den Respekt, den man gegenseitig aufbringt.

Dennoch ist diese Ära nun vorerst zu Ende. Da nützte zum Schluss auch alles Nichtssagen, Spielen, Streitenlassen, Wiederspielen und Wiedernichtssagen nichts.