Normalerweise hat der FC Bayern vor wichtigen Spielen mental kein Problem. Nur diesmal könnte das anders sein, will der Klub die aktuelle Schwächephase in der Bundesliga partout nicht in die Champions League mitnehmen. Im Achtelfinal-Duell mit Lazio Rom startet der Titelverteidiger am Dienstag (21 Uhr/ Sky) trotz alledem als Favorit. Das Remis gegen Bielefeld, gefolgt von der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt dürfen beim Start in die K.o.-Phase keine Spuren hinterlassen. Immerhin: Seit 17 Partien sind David Alaba und Co. in der Champions League ungeschlagen.

Mit genau dieser Statistik unterm Arm reiste auch Coach Hansi Flick nach Rom. "Ich möchte, dass meine Mannschaft von Anfang an da ist. Ich habe da absolutes Urvertrauen, dass das Team das zeigt. Wir haben die Qualität", sagt Bayerns Cheftrainer. Er baut auch auf die Expertise seines Assistenten Miroslav Klose. Der ehemalige Torjäger spielte von 2011 bis 2016 für Lazio. "Er hat ein gutes Auge für die Gegner", meint Flick über den 42-jährigen Klose.

Die Bayern gehen mit einer negativen Champions-League-Bilanz in K.o.-Spielen gegen Mannschaften aus Italien ins Achtelfinale. Von den bisher sieben Vergleichen verloren sie vier. In den jüngsten zwei K.o.-Duellen setzten sich die Münchner aber jeweils gegen Juventus Turin durch. Lazio war Anfang Jänner noch Neunter der Serie A. Sieben Siege holten die Römer dann in acht Spielen. Nur Inter gelang es, die nun fünftplatzierte Elf von Trainer Simone Inzaghi zu schlagen. "Wir wollten dieses Achtelfinale mit aller Kraft. Und jetzt werden wir versuchen, unsere beste Seite zu zeigen", erklärte Inzaghi nach dem 1:0 gegen Sampdoria Genua. Lazio hat seit Mitte Dezember auch alle sieben Pflichtspiele im Stadio Olimpico gewonnen.

Haben die Bayern Robert Lewandowski, heißt Lazios Starangreifer Ciro Immobile. Der 31-Jährige hält bei 14 Saisontoren in der Liga. In der Champions League hat Immobile bei vier Auftritten in der Gruppenphase fünf Treffer erzielt. Lewandowski hält erst bei drei Toren. Während der an Corona erkrankt gewesene Leon Goretza wieder einsatzfähig ist und zuletzt für Lichtblicke sorgte, fehlen Thomas Müller, Benjamin Pavard, Serge Gnabry und Corentin Tolisso nach wie vor verletzt.

Match auf Augenhöhe

Das zweite Spiel des Abends zwischen Atletico und Chelsea wiederum steigt Corona-bedingt in der rumänischen Hauptstadt Bukarest. Seit Trainer Thomas Tuchel bei den Blues angeheuert hat, haben die Engländer nicht mehr verloren. Atleticos Kurs auf dem Weg zum Meistertitel in Spanien geriet zuletzt arg ins Schlingern. Gegen Chelsea muss Coach Diego Simeone außerdem verletzungsbedingt auf die Stammspieler Jose Maria Gimenez, Yannick Carrasco und Sime Vrsaljko verzichten.

Aber auch Chelseas letzter Auftritt blieb erfolglos, gegen Ralph Hasenhüttls Southampton schaute nur ein 1:1-Remis heraus. Tuchel: "Wir treffen nicht genug. Es fehlt die Präzision." Sein Landsmann, Stürmer Timo Werner, wiederum sah Chelsea auf Augenhöhe. "Beide Mannschaften kassieren wenige Gegentore und können sehr guten Fußball spielen. Vielleicht ist es ein kleiner Vorteil, dass wir nicht in Madrid antreten müssen, sondern in Bukarest", sagt er im "Kicker"-Interview.

Tabellenführer Atletico patzte in La Liga am Wochenende mit einem 0:2 zuhause gegen Levante. Real Madrid kam der Truppe von Trainer Diego Simeone bei einem Spiel mehr bis auf drei Punkte nahe. Die Gruppenphase der Champions League überstand Atletico dank zweier hart erkämpfter Siege gegen Salzburg. Es könnte hier also mental besser laufen. Schlag nach beim FC Bayern.(apa/rel)