Schlecht gestartet, mittelprächtig aufgeholt, aber nunmehr seit Wochen in absoluter Hochform: So in etwa liest sich die heurige Bilanz von Manchester City, das sich vom Nachzügler zum überlegenen Premier-League-Tabellenführer (zehn Punkte Vorsprung auf Stadtrivale United) gemausert hat. 18 Pflichtspielsiege in Folge hat die Elf von Pep Guardiola zuletzt gefeiert, seit 25 Partien ist man schon ungeschlagen. Da kommen die Fohlen von Borussia Mönchengladbach am Mittwoch (21 Uhr/Dazn) im Achtelfinale der Königsklasse gerade recht, schließlich haben die Citizens mit der Champions League ja noch jede Menge Rechnungen offen. Und beim Gegner aus Nordrhein-Westfalen ist momentan auch nicht alles eitel Wonne.

Das beginnt schon einmal beim Heimspielort, der nicht in Gladbach liegt, sondern (wie zuletzt beim WAC) im Corona-Ausweichgebiet Budapest. Und dann gab und gibt es enorme Unruhe, weil Coach Marco Rose vor einer Woche seinen Wechsel nach Dortmund verkündet hatte und danach die Generalprobe gegen Mainz (1:2) ordentlich verpatzte. Da nutze es wenig, dass der Ex-Salzburg-Trainer diese Schlappe auf seine Kappe zu nehmen versuchte. Seither dampft es bei den Borussen, die Fans - auch wenn sie nicht zugegen sein dürfen - nehmen ihm den Wechsel zum Lokalrivalen übel. Gegen City könne man aber nur gewinnen, betonte Rose darob, der einen Sieg des Tabellenachten als Befreiungsschlag werten würde: "Dann wird es auch wieder ein bisschen lustiger für mich."

Gladbach steht allerdings zum ersten Mal in der K.o.-Phase der Champions League. "Ich glaube nicht, dass ich die Jungs in irgendeiner Art und Weise motivieren muss", meinte Rose. "Sie haben sich diesen Abend verdient." Stefan Lainer wird ihn gewiss auf der rechten Außenbahn verbringen. Ob auch sein ÖFB-Teamkollege Valentino Lazaro beginnt, ist offen, auf Landsmann Hannes Wolf wartet anfangs die Ersatzbank. "Ich wünsche mir, dass die Spieler die Partie mit einer Menge Leidenschaft, Mut aber auch Leidensfähigkeit angehen", forderte Rose. "Wenn meine Mannschaft ihre ganze Power raushaut, ist sie absolut in der Lage dazu."

Guardiola indes muss sich schon jetzt Fragen zum für Manchester City so ungeliebten Bewerb gefallen lassen (im Vorjahr scheiterte man im Viertelfinale an Lyon). Der Starcoach antwortete ausweichend: "Wir haben viele Bewerbe im Visier. Wir werden unser Spiel spielen und versuchen, ein Ergebnis zu erreichen, wie wir das bisher getan haben."

Spannung verspricht auch das zweite Mittwoch-Duell, bei dem die Überraschungself des Vorjahres, Atalanta Bergamo, in der Lombardei Rekordtitelträger Real Madrid empfängt (21 Uhr/Sky). Während die Königlichen arge Verletzungssorgen plagen (auch Sturmtank Karim Benzema erwischte es; gegen Valladolid standen Zinedine Zidane zuletzt nur zwölf Spieler aus dem Profikader zur Verfügung), will "La Dea" wie vor einem Jahr am Beginn der Corona-Pandemie das Champions-League-Viertelfinale schaffen, wo man dann ja unglücklich am späteren französischen Finalisten Paris Saint-Germain gescheitert ist.(may)