Die Polizei hat am Montag Büroräume im Stadion des spanischen Fußball-Topklubs FC Barcelona durchsucht und mehrere Personen vorläufig in Gewahrsam genommen. Das bestätigte eine Polizeisprecherin der Nachrichtenagentur Reuters. Auf Anfrage von Medien bestätigte der Klub nach der Enthüllung des Radiosenders Cadena Ser die Durchsuchung der Behörden, nicht aber die Festnahmen. Der Grund der Durchsuchung wurde offiziell zunächst nicht mitgeteilt.

Nach Angaben von Cadena Ser hat die Durchsuchung im Camp Nou mit der "Barcagate"-Affäre zu tun. Vereinsfunktionäre wurden beschuldigt, im vergangenen Jahr eine Verleumdungskampagne gegen Spieler initiiert zu haben, die sich kritisch gegenüber der damaligen Klubführung um Präsident Josep Maria Bartomeu geäußert hatten. Bei den Ermittlungen der Justiz geht es dabei um die Vorwürfe der "Korruption" und der "unlauteren Verwaltung".

Laporta steht zur Wahl

Bartomeu war Ende Oktober zurückgetreten, nachdem er im Sommer 2020 den abwanderungswilligen Superstar Lionel Messi daran gehindert hatte, den Klub ein knappes Jahr vor Ablauf seines Vertrages zu verlassen. Der neue Präsident wird am Sonntag gewählt. Die Abstimmung sollte ursprünglich am 24. Jänner stattfinden, sie wurde aber wegen der Corona-Pandemie verschoben. Gute Chancen werden Ex-Präsident Joan Laporta eingeräumt, der zuletzt unfaires Vorgehen seitens des Klubs gegenüber Messi moniert hatte. Der Superstar wird immer konkreter mit einem Wechsel zu Paris Saint-Germain in Verbindung gebracht, was Laporta nicht überrasche, sagte dieser. Auch sei er mehrfach von der bisherigen Klubführung belogen worden, monierte Laporta, selbst von 2003 bis 2010 Präsident des Klubs. Er selbst sieht sich Angriffen seitens der Konkurrenz konfrontiert. "Er hat kein Konzept", erklärte erst am Montag sein Präsidentschaftsrivale Victor Font.