Ein hochkarätiges Quartett eröffnet am Mittwoch die Jagd auf die 13 europäischen Tickets für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Titelverteidiger Frankreich, Vize-Weltmeister Kroatien, der WM-Dritte Belgien sowie Europameister Portugal sind gleich am ersten Tag der WM-Qualifikation im Einsatz. Die brisanteste Aufgabe wartet dabei auf die Kroaten, die in Laibach gegen Slowenien ein Derby bestreiten.

Für die Favoriten Frankreich (Gruppe D) und Belgien (E) steht jeweils zu Hause das Duell mit dem laut Papier stärksten Herausforderer auf dem Programm. Die Franzosen empfangen im Stade de France in St. Denis die Ukraine und haben beste Erinnerungen an die jüngste Begegnung. In einem Testspiel im Oktober deklassierte die Mannschaft von Didier Deschamps Österreichs EM-Endrundengegner mit 7:1. Belgien hat in Leuven Wales zu Gast: Bei den Briten fehlt nicht nur Juventus-Mittelfeldspieler Aaron Ramsey, sondern auch Teamchef Ryan Giggs. Gegen den ehemaligen Star von Manchester United läuft ein Verfahren wegen des Verdachts auf Körperverletzung. Sein Assistent Robert Page betreut die Waliser daher bei den März-Länderspielen. Belgiens Romelu Lukaku ist dagegen trotz eines Corona-Ausbruchs bei seinem Klub Inter Mailand dabei, der Starstürmer hat zwei negative Covid-19-Tests absolviert. Allerdings sind die Belgier gewarnt, gegen Gareth Bale und seine Kollegen haben sie zuletzt keine guten Erfahrungen gemacht. Wales holte in der Qualifikation für die EM 2016 vier Punkte gegen die Belgier und warf sie auch bei der EM-Endrunde in Frankreich im Viertelfinale mit 3:1 aus dem Bewerb.

Die auf dem Papier leichteste Aufgabe der Topteams hat Portugal: Cristiano Ronaldo und Co. treffen auf Aserbaidschan, müssen aber auf einen Heimvorteil verzichten. Portugals Verband entschied sich schon zu Monatsbeginn für eine Verlegung, weil wegen möglicher Quarantäne-Maßnahmen im stark von der Corona-Pandemie betroffenen Land der Ausfall von Legionären drohte. Portugal entschied sich als Ersatzort für Turin, die Wahlheimat von Superstar Ronaldo, der bekanntlich für Juventus stürmt.

Der Ankick zur europäischen Qualifikation erfolgt um 18 Uhr in Istanbul. Im Duell der beiden topgesetzten Teams der Gruppe G gastieren die Niederlande in der Türkei.

Für alle Nationen gilt: Ausrutscher darf man sich de facto nicht erlauben, denn Europa hat nur 13 Plätze zu vergeben. Die 55 Teilnehmer sind in zehn Fünfer- oder Sechsergruppen gelost worden, nur die zehn Gruppensieger sind direkt für die Advent-WM in Katar qualifiziert. Um die drei verbleibenden Plätze spielen die zehn Gruppenzweiten gemeinsam mit den beiden besten noch nicht qualifizierten Gruppensiegern der Nations League im März 2022 in Play-offs. In diesen spielen in drei Gruppen jeweils vier Teams in Halbfinale und Finale um die Reise nach Katar. Dabei gilt: Eine Niederlage - und man ist raus.

Lainer: "Wir wollen zur WM"

Dieses Szenario würde sich auch das ÖFB-Team gerne ersparen und am liebsten als Gruppensieger die Reise ins Wüstenemirat antreten: Los geht es in Gruppe F am Donnerstag (20.45 Uhr), wenn die Auswärtspartie in Glasgow gegen Schottland ansteht. Leicht wird das nicht, auch wenn Teamchef Franco Foda nun doch auf alle gesunden Akteure (Ausnahme: Marko Arnautovic) zurückgreifen kann, weil Deutschland Schottland von der Corona-Risikoliste gestrichen hat. "Die Schotten haben zuletzt wenig Gegentore bekommen, ihr Schwerpunkt liegt auf Defensivarbeit. Trotzdem haben sie auch gute Umschaltmomente", meinte Gladbach-Legionär Stefan Lainer, der am Dienstag von einem "positiven Spirit" in der ÖFB-Auswahl berichten konnte. "Wir sind jetzt über eine längere Zeit zusammen und eingespielt. Wir haben uns weiterentwickelt und viele gute Erfahrungen gesammelt. Jeder freut sich, hier zu sein", erklärte der Salzburger. "Wir wollen alle zur WM, deshalb ist das ein extrem wichtiges Spiel für die ganze Nation, für Österreich, aber auch für jeden von uns persönlich."(may/apa)