Joseph Blatter, ehemaliger Präsident des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa), und Ex-Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke sind von der unabhängigen Fifa-Ethikkommission für schuldig befunden worden, gegen den Ethikkodex verstoßen zu haben. Dafür sind beide laut Fifa-Aussendung vom Mittwoch für alle fußballbezogenen Aktivitäten für weitere sechs Jahre und acht Monate gesperrt worden. Außerdem wurde über beide auch noch eine Geldstrafe von je einer Million Franken verhängt.

Die Ermittlungen gegen den mittlerweile 85-jährige Schweizer Blatter und den 60-jährigen Franzosen Valcke betrafen "diverse Anklagen, vor allem Bonuszahlungen im Zusammenhang mit Fifa-Bewerben, die an hochrangige Fifa-Funktionäre bezahlt wurden, verschiedene Zugeständnisse bei und Verlängerungen von Arbeitsverträgen sowie die Rückerstattung privater Rechtskosten durch die Fifa im Fall von Herrn Valcke", hieß es in der Mitteilung.

Blatter, der von 1998 bis 2015 Fifa-Präsident war, verstieß demnach gegen die Paragrafen 15 (Loyalitätspflicht), 19 (Interessenskonflikte) und 20 (Anbieten und Annehmen von Geschenken oder anderen Vorteilen) des Ethikkodex. Gleiches gelte für Valcke, der sich zusätzlich auch noch des Amtsmissbrauchs (Paragraf 25) schuldig gemacht habe.

Beide sind schon aktuell gesperrt

Da Blatter und Valcke, der von 2007 bis 2015 als Fifa-Generalsekretär fungierte, ohnehin noch wegen anderer Vergehen bis 8. Oktober 2021 beziehungseise 8. Oktober 2025 gesperrt sind, treten die nun ausgesprochenen Suspendierungen erst nach Ablauf der aktuellen in Kraft.

Blatter war wegen einer dubiosen Zahlung von zwei Millionen Franken (1,81 Millionen Euro) an den damaligen Uefa-Präsidenten Michel Platini zunächst für acht Jahre gesperrt worden. Diese Sanktion wurde dann auf sechs Jahre reduziert und schließlich vom Internationalen Sportgerichtshof (CAS) bestätigt. Valcke war wegen des Weiterverkaufs von WM-Tickets und mangelnder Kooperation bei einer Fifa-Untersuchung zunächst für zwölf Jahre gesperrt worden, ehe das Strafmaß um zwei Jahre reduziert wurde. Der Einspruch des Franzosen gegen diese Sperre beim Schweizer Bundesgericht wurde 2019 abgelehnt. (apa)