Nach Norwegen, Deutschland und den Niederlanden will auch das dänische Fußball-Nationalteam im Zuge der WM-Qualifikation auf die Menschenrechtslage in Katar hinweisen. Österreichs Gruppengegner kündigte am Samstag an, seinen Wunsch nach Veränderungen beim WM-Gastgeber vor dem Qualifikationsspiel gegen Moldau am Sonntagabend (18.00 Uhr) unterstreichen zu wollen.

"Der Druck auf Katar sollte von mehreren Seiten erhöht werden", teilte der dänische Fußballverband DBU mit. Dabei gehe es um Verbesserungen der Lage für Gastarbeiter und andere Menschen in Katar. "Die Entscheidung, die WM in Katar abzuhalten, ist verkehrt und umstritten", erklärte DBU-Direktor Jakob Jensen mit Verweis auf die Menschenrechtslage der Gastarbeiter in dem Land sowie dem Bau vieler neuer Stadien, die nach der WM leerzustehen drohen. Es brauche Druck vonseiten der Verbände, aber auch von UEFA, FIFA und anderen Organisationen.

Möglichkeit mitzumachen

Wie die Aktion konkret aussehen sollte, verrieten die Dänen nicht. Sie finde jedoch in Zusammenarbeit mit den Spielern aus den Niederlanden sowie mit der Möglichkeit statt, dass sich ihr weitere Nationalteams anschließen könnten.

Bereits am Mittwoch hatte die norwegische Nationalmannschaft ihr erstes Qualifikationsspiel gegen Gibraltar für eine stille Botschaft zur Menschenrechtslage in Katar genutzt. Dabei hatten sie bei der Nationalhymne T-Shirts mit der Aufschrift "Human rights - On and off the pitch" (Menschenrechte - auf und neben dem Platz) getragen. Einen Tag später prangte auch beim deutschen Nationalteam vor der Partie gegen Island ein "Human rights"-Schriftzug auf der Brust der Nationalspieler.

Löw und Kimmich gegen Boykott

Die deutschen Spieler hatten am Donnerstagabend vor dem Anpfiff gegen Island Shirts mit Buchstaben getragen, die gemeinsam das Wort "Human Rights" bildeten. Teamchef Joachim Löw und Spieler Joshua Kimmich sprechen sich jedoch gegen einen Boykott der Fußball-WM 2022 in Katar aus. "Ein Boykott hilft niemanden. Man kann mit so einem Turnier Aufmerksamkeit in der ganzen Welt erzeugen und Dinge in die richtige Richtung bringen", sagte Löw. Kimmich meinte: "Generell bin ich der Meinung, dass wir für einen Boykott zehn Jahre zu spät dran sind." (apa, dpa)