Auf Österreichs Fußball-Nationalmannschaft wartet am Mittwoch (20.45 Uhr/ORF 1, Dazn) in der WM-Qualifikation ein richtungsweisendes Match. Gegen Dänemark braucht es fast zwingend ein Erfolgserlebnis, um die Chance auf Gruppenplatz eins und damit das Direktticket für Katar 2022 zu wahren. Nach zwei Runden haben die Dänen nämlich zwei Zähler Vorsprung auf das ÖFB-Team und zudem eine um acht Treffer bessere Tordifferenz - ein Auswärtserfolg im Ernst-Happel-Stadion wäre nach dem Triple-Start im März also schon ein großer Schritt Richtung Endrunde.

Genau das will die Elf von Franco Foda verhindern und ihrerseits mit einem Sieg über die Nummer zwölf der Welt in Gruppe F als Führender "übersommern" (Runde vier steigt erst wieder am 1. September). Bei Kapitän David Alaba knistert es vor dem Gipfeltreffen im Prater jedenfalls ordentlich: "Wir alle lieben solche Spiele. Vielleicht spielen wir gerade für solche Spiele auf so einem Niveau", meinte der 28-Jährige, der auf eine Leistungssteigerung gegenüber den Matches in Schottland (2:2) und gegen die Färöer (3:1) hofft. Dass die heimische Auswahl zwei Punkte hinter Dänemark liegt, sieht Alaba dabei nicht als großes Problem. "Unsere Ausgangslage ist ganz okay. Wir haben in Schottland Punkte liegengelassen, sind aber im zweiten Spiel sehr gut in die Quali eingestiegen", meinte Alaba und beteuerte: "Wir wollen alles dafür tun, um erfolgreich zu sein."

Die Dänen, zuletzt Dauergast bei WM- und EM-Turnieren, sind aber doch ein anderes Kaliber: "Sie haben eine sehr gute Mannschaft mit guten Einzelspielern und sind auch als Kollektiv gut aufgestellt", meinte der Noch-Bayern-Profi. Goalie Kasper Schmeichel gehört für Alaba zu den Besten seiner Zunft, und Regisseur Christian Eriksen spielt laut dem Wiener "schon lange auf Weltklasse-Niveau. Er ist torgefährlich und schießt gute Standards."

Außenspieler gefordert

Ganz ähnlich sieht es sein Chef, Franco Foda: "Sie haben große Qualität, Tempo und Tiefgang." Besonders ein Aspekt könnte am Mittwoch defensivtaktisch entscheidend werden: "Wir müssen kompakt agieren und ihre Flügelspieler unter Kontrolle haben - da kommt viel Arbeit auf unsere Außenverteidiger zu. Darüber hinaus müssen wir unser Spiel in der Offensive entwickeln." Die Dänen seien in der Lage, sehr variabel aufzutreten. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass sie einmal Druck ausüben und dann wieder auf Kontersituationen lauern", warnte Foda und ergänzte: "Es wird ein spannendes Spiel. An so einem Tag entscheiden oft Kleinigkeiten und auch ein bisschen Glück. Ich hoffe, dass es diesmal auf unsere Seite fällt."

Dänemark startete mit einem 2:0 in Israel und gewann anschließend 8:0 gegen Moldawien. Dabei wechselte Nationaltrainer Kasper Hjulmand im Vergleich zum Israel-Match alle zehn Feldspieler aus; während die ÖFB-Elf gegen die Färinger erst nach der Pause begann, Stammkräfte zu schonen. Foda geht davon aus, dass die Dänen im Prater mit ihrer Israel-Formation einlaufen werden. Die fast einwöchige Pause der Stammspieler müsse nicht unbedingt für den Europameister von 1992 sprechen, sagte der Mainzer. "Ob es ein Vor- oder Nachteil ist, wenn man zehn Spieler wechselt, ist schwierig zu beurteilen. Es kann mehr Frische bringen, es kann aber auch der Rhythmus verloren gehen."

Steigerung mit dem Gegner

Der gute Qualifikations-Start der Dänen hat für den Teamchef für das Mittwoch-Match wenig Bedeutung. Denn: "Jedes Spiel schreibt seine eigene Geschichte", erklärte der 54-Jährige. "Wir spielen zu Hause, unsere Mannschaft hat Qualität, das hat sie schon in vielen Spielen gezeigt. Sie kann sich immer wieder steigern, wenn der Gegner besser wird."

Wie üblich wenig entlocken ließ sich der Teamchef bezüglich seiner Anfangsformation. Der Coach ließ etwa auch offen, ob wieder Alexander Schlager im Tor steht (was wahrscheinlich ist) oder Ercan Kara sein Debüt feiern könnte. In diesem Fall wäre der Rapid-Stürmer mit türkischen Wurzeln definitiv für den ÖFB gesichert. Gewiss ist nur die Gelb-Sperre von Florian Grillitsch.(may/apa)