Für gewöhnlich ist es das De-facto-Finale in der spanischen Meisterschaft, wenn Real Madrid und sein ewiger Erzrivale, der FC Barcelona, zum Clásico im spanischen Fußball antreten. 34 Mal hat Real als Rekordmeister den Titel geholt, 26 Mal Barcelona. Und trotz etlicher Krisen in den vergangenen Jahren gelang es seit 2013/14, als Atlético Madrid sich zum zehnten und bisher letzten Mal den Titel sicherte, keiner anderen als dieser beiden Mannschaften, sich zum Meister zu küren. Diesmal sah es lange Zeit anders aus, und auch jetzt ist Real gegen Barca am Samstag (21 Uhr) nur das Duell der Verfolger. Und doch könnte es so weit kommen, dass in diesem entscheidende Weichen gestellt werden.

Denn lag Rivale Atlético Madrid im Jänner noch zehn Punkte vor den beiden Hauptkontrahenten um die spanische Meisterschaft, so ist der Vorsprung auf Barcelona nun auf einen Punkt geschmolzen. Real liegt zwei weitere Zähler auf Rang drei. Atlético ist daher am Samstag in die Zuschauerrolle gezwungen, spielt man doch selbst erst am Sonntag auswärts gegen den Sechstplatzierten Betis Sevilla. Während Atlético damit nach eher durchwachsenen Leistungen in den vergangenen Wochen zusätzlich unter Druck gesetzt werden könnte, verspürten Real und Barcelona zuletzt Aufwind. Die Madrilenen holten sich mit dem souveränen 3:1-Erfolg über Liverpool im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League am Dienstag zusätzliches Selbstvertrauen und behielten auch im ersten Saisonspiel gegen Barca mit 3:1 die Oberhand.

Doch die Katalanen von Trainer Ronald Koeman sind in der Liga zur "Bank" avanciert und in den jüngsten 19 Ligaspielen beziehungsweise seit 5. Dezember 2020 ungeschlagen, die Königlichen immerhin neun Partien. "Es wird spannend bis zum Ende", verspricht Koeman nach dem jüngsten 1:0-Arbeitssieg über Real Valladolid. Madrids Stürmer Karim Benzema warnt erneut vor Lionel Messi, der sich von den anhaltenden Wechselspekulationen unbeeindruckt zeigt und in den vergangenen zehn Partien zwölf Mal getroffen hat. "Es wird eine harte Partie gegen ein Team, das gern mit dem Ball dominiert. Sie haben einen großartigen Tormann (Marc-Andre ter Stegen, Anm.) und natürlich Messi, der Spieler, der alles für Barcelona macht. Wir müssen vor ihm auf der Hut sein, weil er so, so gefährlich ist", sagt Benzema.

Real-Coach Zinédine Zidane hofft, dass es nicht der letzte Clásico mit Messi wird. Der Vertrag des Barca-Kapitäns läuft ja im Sommer aus. "Ich hoffe, es ist nicht Messis letzter Clásico, ich möchte, dass er bei Barcelona bleibt. Es ist gut für die spanische Liga", erklärt der Ex-Weltklassekicker. Die Hausherren werden ihrerseits ohne den verletzten Sergio Ramos und dessen Defensiv-Kollegen Raphaël Varane (Corona-Isolation) agieren, konnten zuletzt aber wieder Eden Hazard und Dani Carvajal im Training begrüßen. Barca muss wegen einer Knieblessur um Defensivroutinier Gerard Piqué bangen. Doch auch die Breite des Kaders hat zuletzt für diese Mannschaften gesprochen.(art/apa)