Titelverteidiger Red Bull Salzburg hat die halbe Miete im Kampf um den achten Bundesliga-Meistertitel in Folge eingefahren. Ein Plus von sieben Punkten auf Rapid nach dem völlig verdienten 3:0-Erfolg beim ersten Verfolger sind sehr beruhigend. Vorzeitige Gratulationen wollte man am Sonntag aber noch keine entgegennehmen. "Es ist ein ganz wichtiger Sieg und ein super Moment für uns, aber unsere Arbeit ist noch nicht vorbei", betonte Salzburg-Trainer Jesse Marsch.

Für dessen Gegenüber ist die Entscheidung allerdings frühzeitig gefallen. "Es ist jetzt klar, dass Salzburg wieder Meister ist. Alles andere wäre aber eh eine Sensation gewesen", sagte Dietmar Kühbauer. Auch Maximilian Hofmann sah das ähnlich: "Der Rückstand ist eigentlich fast unmöglich aufzuholen." Volle Konzentration gilt nun dem Kampf um den Vizemeistertitel, der zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt. Doch da scheint sich der Kampf in der Meistergruppe zuzuspitzen: Der LASK (ein Punkt dahinter) und auch der kommende Rapid-Gegner Sturm Graz (3) konnten am Sonntag voll punkten und befinden sich bereits im Windschatten.

Die Rapidler hatten im Vorfeld des Schlagers der zweiten Runde der Meistergruppe mit einer Überraschung gegen den Serienmeister spekuliert. Am Platz war davon keine Spur, die Hausherren waren um mindestens eine Klasse schwächer, kamen zu keiner einzigen Torchance. Nur wegen der mangelnden Salzburger Effizienz hielten die Wiener bis zur Nachspielzeit den 0:1-Rückstand und somit die Mini-Chance auf zumindest einen Punktgewinn, ehe Karim Adeyemi mit einem Doppelpack (93., 95.) alles klarmachte.

"Wir waren in der ersten Hälfte, speziell in den ersten 30 Minuten, nicht existent. Wir haben wieder einmal gegen Salzburg nicht abgerufen, was wir können. Man kann von Überzeugung reden, man muss sie aber auch am Platz haben, das war nicht der Fall", resümierte ein verärgerter Kühbauer.