Der FC Bayern plant einen großen Europacup-Abend. Nach der 2:3-Heimniederlage gegen Paris Saint-Germain wollen die Münchner trotz schmerzenden Ausfällen in der Offensive doch noch den Halbfinal-Einzug schaffen. Am Dienstagabend (21 Uhr/ Sky) im Prinzenpark wird sich in der Final-Neuauflage des Vorjahres ein Mit-Favorit auf den Titel auf alle Fälle verabschieden. Und für David Alaba könnte es gar sein letztes Spiel in der Königsklasse für die Bayern werden.

Bitter ist, dass Bayerns Top-Torjäger Robert Lewandowski am Tag vor der Partie zwar wieder das Training aufnehmen konnte - aber mehr als leichtes Laufen war für den am Knie lädierten Polen noch nicht möglich. Ein Blitz-Comeback wird es also nicht spielen, stellte der Klub klar. In Paris ebenfalls fehlen wird der Corona-positive Serge Gnabry. Auch ohne das Duo hatte der Titelverteidiger im Hinspiel einige Chancen vorgefunden, 31 Torschüsse verbuchten die Bayern, doch am Abschluss haperte es. Sie mussten sich nach einem frühen Gegentreffer durch den späteren Doppeltorschützen Kylian Mbappe knapp geschlagen geben.

"Es kann nicht jeder Schuss ins Tor gehen, das ist völlig klar", sagte Thomas Müller. "Aber die Art und Weise, den Ball in das Tor reinwuchten zu wollen, das wird sicherlich entscheidend." Mindestens zwei Tore müssen die Bayern in Frankreich erzielen - ein wahrlich dickes Brett, zumal der deutsche Rekordmeister zugleich höllisch aufpassen muss, nicht wieder in die PSG-Konterfalle zu tappen. Joshua Kimmich ist der Überzeugung, dass seine Münchner "die bessere Mannschaft sind", Trainer Hansi Flick schwor sein Team ein: "Es ist eine toughe Aufgabe, aber wir freuen uns darauf." Auch er sah die Effizienz als entscheidenden Faktor. Außerdem hielt Flick fest: "Für solche Spiele ist man bei Bayern München." Jedenfalls braucht es eine Steigerung gegenüber dem 1:1 zuletzt gegen Union Berlin, als Alaba erst nach einer knappen Stunde eingetauscht wurde; am Dienstag ist er Fixstarter und könnte sein 91. und letztes Königsklassen-Match für seinen Lebensklub bestreiten.

Bei PSG ist offen, ob der in München verletzt ausgewechselte Kapitän Marquinhos oder die nach Corona-Infektionen zurückgekehrten Marco Verratti und Alessandro Florenzi eingesetzt werden. Torhüter Keylor Navas wurde am Wochenende ausgewechselt - eine Vorsichtsmaßnahme, wie Trainer Mauricio Pochettino erklärte. Für den Argentinier sind die Bayern "die beste Mannschaft der Welt momentan. Bayern ist immer noch Favorit." Und auch Mbappe warnte: "Noch ist nichts gewonnen."

Chelsea vor Halbfinaleinzug

Chelsea scheint indes das Aufstiegsticket vor der zweiten Viertelfinal-Entscheidung so gut wie sicher. Die Blues verteidigen gegen den FC Porto einen 2:0-Vorsprung aus dem Quasi-Auswärtsspiel. Auch die Retourpartie wird aufgrund von Corona-Reisebeschränkungen in Sevilla stattfinden. Die Londoner - Pokalgewinner 2012 - standen zuletzt 2014 im Halbfinale des wichtigsten Europacup-Bewerbs. Dort wartet der Sieger der Begegnung zwischen Liverpool und Real Madrid (Hinspiel 1:3). Auf die Bayern oder PSG werden entweder Dortmund oder Manchester City (1:2) treffen. Das nächste Finale vor dem Finale also.(may/apa)