Es ist das Spiel des Jahres aus Sicht der Linzer Athletiker - der Gegner ist Österreichs Serienmeister Red Bull Salzburg, aber das Match steigt (noch) nicht am Sonntag (14.30 Uhr) in der Bundesliga, sondern erst am 1. Mai. Wenn im Klagenfurter Wörtherseestadion im Cup-Finale neuerlich das Duell der beiden Teams auf dem Programm steht. Und dann der LASK den heiß ersehnten, weil ersten Titel seit dem Double anno 1965 im Visier hat. Das Aufeinandertreffen in der dritten Runde der Meistergruppe gilt demgegenüber als nicht ganz so bedeutsam wie das Pokal-Endspiel 13 Tage später. Denn selbst bei einem Auswärtssieg der drittplatzierten Linzer wäre die Bullen-Elf immer noch fünf Zählern vorne (und jedenfalls auch vier vor Rapid, sollten die Hütteldorfer am Sonntagabend Sturm Graz schlagen). Und anders als im Vorjahr sind die Meisterambitionen des LASK auch schon ziemlich gedämpft.

Das hat aber vor allem mit der Siegesserie der Salzburger zu tun, die ihre ebenso traditionelle wie kurze Schwäche- in eine imposante Erfolgsphase gedreht haben: In diesem Frühjahr wurden gleich elf der zwölf Bundesliga-Spiele gewonnen - das gab es noch nie seit Gründung der Bundesliga; zudem hat sich der LASK - seit der letztlich folgenlosen Heimniederlage im Februar 2020 - zu einer Art Lieblingsgegner gewandelt: Der neben Rapid härteste Konkurrent wurde in allen seither absolvierten fünf Pflichtspielen besiegt. Demgegenüber kann aber auch der LASK auf eine deutlich verbesserte Auswärtsbilanz verweisen: Im Frühjahr holten die Schwarz-Weißen fünf von sechs möglichen Siegen in der Fremde.

Schonung vor dem bedeutsameren Duell am 1. Mai kann es aber hüben wie drüben nicht geben: Salzburg will die Meisterschaftsfrage nicht mehr spannend machen, dem LASK sitzen Sturm und Wattens im Kampf um die Europacupstartplätze im Nacken. Zudem wartet in den nächsten Tagen ein imposantes Programm: Zwischen den beiden Salzburg-Matches steigen die Duelle gegen Sturm, und schon am Mittwoch der Heimschlager gegen Edelrivale Rapid. Formtiefs kämen da also höchst ungelegen.

Ablenkung genauso - wie etwa bei Salzburg-Coach Jesse Marsch. Der US-Amerikaner könnte ja auch bald im derzeit verrückt drehenden Trainerkarussell der deutschen Bundesliga Platz nehmen. Marsch, der am Freitag betonte, in seinem bis 2022 laufenden Kontrakt gebe es keine Ausstiegsklausel, blieb aber gewohnt cool - sein ganzer Fokus liege auf dem Hier und Jetzt, beteuerte er. Also auf den acht Ligarunden und dem Cup-Finale. "Ich habe letzte Woche gesagt, dass es nicht mein Ziel ist, hier wegzugehen." Verunsicherung innerhalb des Teams befürchtet er ob der permanenten Spekulationen um seine Person nicht. "Wir haben viel gehört von draußen, aber innerhalb unsere Mannschaft und dem Verein ist es ganz ruhig." Auch beim Torwartduell - Neo-Teamgoalie Alexander Schlager gegen den ausgebooteten Cican Stankovic - war Letzterer bemüht, kein Öl ins Feuer zu gießen. "Ich konzentriere mich zu 100 Prozent auf meine Leistung im Verein", meinte Stankovic trocken. Auch LASK-Trainer Dominik Thalhammer vermied jegliche Spitze. "Schlager ist ein total fokussierter, zielorientierter Sportler." Und im Spitzenspiel hofft er auf eine Spitzenleistung: "Wenn wir mutig agieren und das nötige Spielglück haben, ist es möglich, etwas mitzunehmen."(may)