Die Austria hat ihre Existenzsorgen zumindest auf dem Spielfeld abgeschüttelt. Die vorerst lizenzlosen Wiener setzten sich am Samstag beim strauchelnden SKN St. Pölten mit 2:1 (1:1) durch und bleiben damit im Zweikampf mit Hartberg um den Sieg in der Qualifikationsgruppe. St. Pölten liegt weiterhin punktegleich mit Schlusslicht Admira am vorletzten Tabellenrang und damit in akuter Abstiegsgefahr. Nur ein Sieg aus 15 Runden steht für den SKN nun zu Buche.

Taylor Booth (29.) brachte die Niederösterreicher zwar voran, ein Eigentor von Alexander Schmidt (30.) brachte aber den raschen Ausgleich. Die Entscheidung für die Austria gelang Marco Djuricin (65.) per Hand-Elfmeter. Mit dem Sieg scheint auch die Angst vor dem sportlichen Abstieg für die Favoritner gebannt. Acht Zähler liegen sie nun vor der Admira.

Peter Stöger wollte bei den Spielern den Fokus auf das Sportliche gerichtet haben. Erschwerend kam vor dem Gastspiel in St. Pölten dazu, dass das Coronavirus in den vergangenen Wochen im Kader der "Veilchen" verstärkt grassierte. Beim SKN hoffte Georg Zellhofer auf den ersten Sieg als Chefcoach. Das schwächste Heimteam der Liga hätte die Partie mit einem Paukenschlag eröffnen können. Schmidt schoss nach nicht einmal einer Minute Spielzeit aus wenigen Metern jedoch übers Tor.

Schwächen in der Abwehr

Dabei offenbarten sich Schwächen der neu zusammengestellten Austria-Abwehr. In dieser fehlte das Innenverteidiger-Duo Christoph Schösswendter und Erik Palmer-Brown. Offensiv wussten die Wiener zu gefallen. Djuricin tauchte nach Pass von Manprit Sarkaria zum ersten Mal in der 9. Minute gefährlich vor Christoph Riegler auf, lupfte den Ball aber deutlich am Tor vorbei. Sarkaria (15.) schoss nach einem Fehler von St. Pöltens Peter Pokorny am langen Eck vorbei, Eric Martel (16.) aus der Distanz über das Gehäuse.

St. Pölten, wo der künftig Rapidler Robert Ljubicic vorerst auf der Bank saß, stellte um und kam besser in die Partie. Ein Patzer von Johannes Handl ebnete den Niederösterreichern die Führung. Der Innenverteidiger leistete sich nach einem weiten Ball auf Booth einen Stellungsfehler, der Amerikaner hatte freie Bahn. St. Pölten freute sich, kassierte aber fast postwendend den Ausgleich: Nach einem Eckball bugsierte Schmidt den Ball via Oberschenkel ins eigene Gehäuse. Riegler parierte danach noch gegen Djuricin per Fuß, Fitz setzt den Nachschuss ins Außennetz.Auch der Start in die zweiten 45 Minuten gehörte St. Pölten. Bei einer Doppelchance traf Dor Hugi die Stange, Booth schoss knapp vorbei (beide 49.). Erneut Booth verpasste dann völlig alleine vor Pentz eine Hereingabe knapp (52.). Die Austria war in dieser Phase schwer beschäftigt, das Gegentor zu vermeiden, schaffte es aber dann besser, die Lücken wieder zu schließen.

Fehleranfällige Partie

In einer unterhaltsamen, wenn auch fehleranfälligen Partie leitete eine harte Entscheidung von Schiedsrichter Felix Ouschan dann die endgültige Wende ein. Pokorny blockierte den Ball gegen Djuricin mit dem Ellenbogen, der Unparteiische entschied auf Elfmeter. Der Angreifer krönte seine starke Leistung mit dem 2:1. St. Pölten warf im Finish mit frischen Kräften noch einmal alles nach vorne. Souverän war die Austria nicht, sie brachte die drei Zähler aber ins Trockene. (apa)