Hinter den Kulissen wurde fieberhaft daran gearbeitet, noch alle nötigen Unterlagen bis zum Ende der Protestfrist im Bundesliga-Lizenzierungsverfahren fertigzustellen. Laut dem "Kurier" (Mittwoch-Ausgabe) sollen sieben Mitglieder aus dem Aufsichts- bzw. Verwaltungsrat der Austria bereit sein, jeweils für einen fünfstelligen Betrag aufzukommen. Präsident Frank Hensel soll laut einem Bericht von "Ö3" selbst mit 500.000 Euro eingestiegen sein. Inwiefern der strategische Partner Insignia Gelder bereitstellt, blieb unklar. Das Protestkomitee der Liga entscheidet bis 27. April, ob die Austria in zweiter Instanz die Spielgenehmigung für die Saison 2021/22 im Oberhaus erhält. Danach bestünde noch die Möglichkeit, bei einem weiteren negativen Bescheid vor das Ständige Neutrale Schiedsgericht zu ziehen.

Auf dem grünen Rasen gab es indessen für die Austria ein 2:2 gegen die SV Ried. Die Violetten haben damit zwar Platz zwei in der Qualifikationsgruppe der Bundesliga gehalten, wirklich zufrieden konnten sie mit dem Punkt aber nicht sein. Gemischte Gefühle gab es daher bei Noch-Trainer Peter Stöger. "Wenn ein Spiel so läuft und wir den Ausgleich so spät machen, sind wir nicht unglücklich. Wenn ich aber das Spiel anschaue, welche Überlegenheit wir hatten, Ballbesitz und Standardsituationen, ist der Punkt für uns nicht genug vom Gefühl her", sagte Stöger, der den Verein mit Saisonende verlässt.

Wohin es den Coach danach verschlägt, ist offen, laut deutschen Medien arbeitet aber der 1. FC Köln an einer Rückholaktion des Trainers, der die Kölner in seiner Zeit von 2013 bis 2017 ins deutsche Oberhaus geführt hatte. Damals war er als Meistertrainer von der Austria geholt worden, momentan ist die Lage bei den Violetten freilich weniger rosig. Sollten die am Mittwoch eingereichten zusätzlichen Unterlagen dem Protestkomitee der Bundesliga nicht reichen - und auch ein dann noch möglicher Gang vor das Ständige Neutrale Schiedsgericht nicht von Erfolg gekrönt sein -, droht sogar der Abstieg in den Amateurfußball. 

Darüber wollte Stöger am Dienstag freilich nicht reden, mit dem zweiten Tabellenplatz in der Qualifikationsgruppe ist immerhin ein sportlicher Abstieg zwar theoretisch noch möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich. Zum Einstieg der Aufsichts- und Verwaltungsräte sagte er: "Was ich gesehen habe in den letzten Tagen ist, dass im Verein unfassbar viel Bewegung war. Dass dieser Verein sehr vielen Menschen im Haus sehr wichtig ist."

Akut gefährdet ist hingegen St. Pölten, das nach dem 0:0 gegen Tabellenspitzenreiter Hartberg zwei Punkte hinter der Admira liegt. Diese zählte mit dem 1:0-Auswärtssieg gegen Altach zu den Gewinnern der Runde. Auf die Vorarlberger fehlt nur noch ein Zähler. Bangen musste am Mittwoch auch Zweitligist Austria Lustenau. Der Senat 3 (Stadienausschuss) der Bundesliga hat das geplante Stadionprojekt der Vorarlberger auch in zweiter Instanz nicht für die höchste Spielklasse zugelassen, wie der Verein bekannt gab. Die Austria verliert damit einen Lizenzbonus, das entstandene Loch im Budget beträgt 460.000 Euro. Auch mittels Crowdfunding wurde zuletzt versucht, finanzielle Mittel aufzutreiben.

Dutt zum WAC

Solche Sorgen hat man in der Meistergruppe nicht. Zwar noch im Kampf um die Europacup-Plätze, aber jenseits aller Abstiegssorgen werden dort schon die Weichen für die kommende Saison gestellt. Der WAC angelte sich dafür in Robin Dutt einen prominenten Trainer.

Robin Dutt. - © apa / dpa / S. Pförtner
Robin Dutt. - © apa / dpa / S. Pförtner

Dutt saß in der deutschen Bundesliga bereits beim SC Freiburg, bei Bayer Leverkusen und Werder Bremen auf der Trainerbank. Dazu fungierte er für ein Jahr als DFB-Sportdirektor (2012/13) und für eineinhalb Jahre als Sport-Vorstand beim VfB Stuttgart (2015/16). Zuletzt war Dutt bis Sommer 2019 beim Zweitligisten VfL Bochum als Trainer engagiert. "Mein Wunsch war ein Trainer mit Erfahrung, der ohne Vorurteile hierherkommt. Ich schätze ihn als einen Vollprofi ein, der uns sehr viel weiterhelfen wird können", sagte WAC-Präsident Dietmar Riegler.(art/apa)