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Real wirbt schon mit Alaba

Vor Halbfinale der Madrilenen gegen Chelsea dürfte Transfer durch sein.

von Christian Mayr

Am Transfer von ÖFB-Star David Alaba zu Champions-League-Rekordsieger Real Madrid führt offenbar kein Weg mehr vorbei. Vor einer Woche vermeldete der TV-Sender Sky den ablösefreien Transfer des 28-jährigen Wieners per Saisonende als fix. Dann erschütterten freilich die Super-League-Pläne, bei denen Real-Präsident Florentino Perez seine Finger federführend im Spiel hatte, die Fußballwelt. Und um Alabas Wechsel-Ambitionen wurde es wieder ganz still. Zudem gibt es bis dato auch keine Bestätigung der Madrilenen - hieß es jedenfalls bisher. Doch nun dürfte sich im großen Reich des weißen Balletts jemand verplappert haben, zumindest wird der Wechsel des Noch-Bayern-Akteurs via Homepage bereits verkündet - inklusive Werbeaktion für das neue Real-Trikot mit der Nummer 27 für Alaba.

"Bienvenido David Alaba!", heißt es nämlich bereits auf der Website des Österreich-Ablegers der "Königlichen Fußballschule", der Fundación Real Madrid Clinics (frmclinics.at). Diese bietet unter anderem in acht europäische Länder Camps für Kinder- und Jugendliche an - als Teil der Real-Madrid-Stiftung. Es hat also durchaus Gewicht, wenn diese Institution offiziell verkündet: "Wir freuen uns extrem, einen österreichischen Spieler mit Weltklasse-Format bei Real Madrid begrüßen zu dürfen!" Zu sehen ist auf der Homepage auch schon das neue Real-Trikot mit Alabas Namen und der angestammten Bayern-Nummer 27. Dieses wird allen Teilnehmern der Real-Sommercamps sogleich auch schmackhaft gemacht: Bis Ende April gibt es den Alaba-Trikot-Flock mit der Nummer 27 um nur 27 Cent.

Die königliche 27 ist für David Alaba bereits reserviert. (© Screenshot / https://frmclinics.at)

Alaba wird diese Nummer also in der kommenden Champions-League-Saison für den 13-fachen Champion auf den Rasen führen - möglicherweise auch 14-fachen. Denn nach drei Jahre währender Durststrecke schicken sich die Königlichen in dieser Saison wieder an, die Königsklasse zu gewinnen. Am Dienstag (21 Uhr/Sky und Dazn) geht die Elf von Zinedine Zidane als leichter Favorit ins Halbfinal-Hinspiel gegen Chelsea. Überschattet wird die Begegnung auch von den gescheiterten Superliga-Plänen, zumal Chelsea zurückgezogen hat, Real aber (noch) nicht; und beiden drohen Uefa-Strafen, obwohl sie nun eh in der für sie offenbar nicht mehr attraktiven Champions League bleiben.

"Es wurde vieles gesagt, aber wir können uns nur auf das morgige Spiel konzentrieren. Über das andere haben wir keine Kontrolle. Für mich kann ich nur sagen, dass ich Madrid auch in der kommenden Saison in der Champions League sehen möchte", sagte Zidane dazu am Montag. Reals letzter Test misslang jedoch - beim 0:0 bei Betis Sevilla waren die Madrilenen noch gut bedient. Zidane kann sich immerhin auf seine Defensive verlassen: Goalie Thibaut Courtois ist seit vier Partien respektive 390 Minuten unbezwungen. Ein weiterer Akteur mit Chelsea-Vergangenheit soll am Dienstag für Real als Joker stechen: Der verletzungsanfällige Eden Hazard stand am Wochenende eine Viertelstunde auf dem Spielfeld und ist prinzipiell wieder einsetzbar.

Chelsea reiste mit einem Erfolg (1:0 im Derby gegen West Ham) im Gepäck an. Blues-Coach Thomas Tuchel wollte nur über das Sportliche reden: "Es könnte nicht schwieriger sein, gegen ein Team zu spielen, das die Champions League in den vergangenen Jahren regiert hat", sagte der Deutsche. Ein Spektakel dürfen die Fans nicht erwarten - auch Chelsea setzt auf defensive Geschlossenheit, blieb zuletzt unter Tuchel schon 16 Mal ohne Gegentor.



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