Das Halbfinal-Hinspiel der Fußball-Champions-League zwischen Paris Saint-Germain und Manchester City am Mittwochabend (21 Uhr/Sky und Dazn) bringt das Duell zweier bisher Unvollendeter. Die Königsklasse blieb für die "Öl-Teams" mit Katar- (PSG) beziehungsweise Abu-Dhabi-Hintergrund (ManCity) bis dato ein unerfüllter Traum - hat aber seit Jahren oberste Priorität. Neben dem Geld ist es der Erfolgsdruck, der die beiden Kontrahenten eint. Der Sieger des Duells trifft im Finale am 29. Mail in Istanbul auf den Gewinner aus Real Madrid vs. Chelsea.

Auch wenn etwa City-Coach Pep Guardiola die Erwartungen zu dämpfen hoffte und die fast sichere Meisterschaft in der Premier League zuletzt als "wichtigsten Titel" im "schönsten Wettbewerb" bezeichnete: Die Angst vor einem vorzeitigen Aus in der Königsklasse ist weiter groß, auch wenn es niemand aussprechen mag. Erstmals unter Guardiola, der den Wettbewerb als Coach zweimal mit dem FC Barcelona gewonnen hat, stehen die Citizens in der Vorschlussrunde.

Der heutige PSG-Trainer Mauricio Pochettino schmiss die Guardiola-Elf schon vor zwei Jahren mit Tottenham Hotspur aus dem Wettbewerb - dank der Auswärtstorregel, durch die Paris jetzt auch im Viertelfinale die Münchner Bayern nach Hause geschickt hat. Und auch bei PSG herrscht Druck: Frankreichs Serienmeister scheiterte im Vorjahr erst im Finale an den Bayern. Für die milliardenschweren Klubbesitzer aus Katar steht der Gewinn der Königsklasse längst über allem - und Präsident und Vorstandschef Nasser bin Ghanim al-Khelaifi muss endlich liefern.

Pikant: Al-Khelaifi soll sich vor einem Jahr - da hieß der PSG-Coach noch Thomas Tuchel - um eine Verpflichtung Guardiolas bemüht haben. Dessen Nähe zum Emirat Katar dürfte dabei auch eine Rolle gespielt haben. Am Mittwoch vertritt Guardiola im Pariser Prinzenpark den Konkurrenten. PSG-Star Neymar ist jedenfalls überzeugt, dass sein Klub nun jenen Respekt bekommt, "den er verdient. Der Verein ist gewachsen, wir sind unter den Top-Vier, -Fünf oder -Sechs" Europas, betonte der Brasilianer. "Wir haben all die Qualitäten, die es braucht, um Hand an die Trophäe zu legen."

"Guardiola ist der Beste"

Pochettino, der in den 90er-Jahren schon als Legionär von Espanyol Barcelona mehrere La-Liga-Partien gegen Barca-Kicker Guardiola absolvierte, pries sein Gegenüber am Dienstag in höchsten Tönen. "Für mich ist er der Beste", meinte Pochettino, der im Jänner Tuchel ersetzte. "Ich bewundere ihn und finde, dass er wunderbare Arbeit leistet. Er ist ein fantastischer Trainer, zerbricht sich ständig den Kopf über neue Strategien und Spielpläne. Ich liebe es, ihn und die von ihm trainierten Teams herauszufordern." Wie Guardiola hat Pochettino dabei am Mittwoch sein gesamtes Personal zur Verfügung.