Das Finale von Berlin wird zum Duell der neuen Trainergeneration. Niemals in der Geschichte des DFB-Pokals standen einander zwei so junge Coaches in einem Endspiel gegenüber. Sowohl für den Leipziger Julian Nagelsmann (33) als auch für den Dortmunder Edin Terzic (38) bietet sich am heutigen Donnerstag (20.45 Uhr/Servus-TV, ARD) die Chance auf den ersten Titelgewinn im Profi-Fußball.

Nagelsmann hofft auf einen unvergesslichen Moment: "Ich wurde mal U19-Meister, da habe ich am Spielfeldrand geweint. Von daher kann ich mir gar nicht ausmalen, wie emotional es wird, sollten wir mal einen Titel holen."

Für ihn käme die erste wichtige Trophäe seiner Vita vor seinem Wechsel im Sommer zu den unersättlichen Titeljägern aus München gerade recht. Mit einem Sieg über die Borussia würde seine forsche Ankündigung beim Amtsantritt im Juli 2019 doch noch kurz vor dem Abschied aus Leipzig wahr werden: "Ich liebe es, eigene Fußstapfen zu hinterlassen."

Julian Nagelsmann will sich mit einem Titel aus Leipzig verabschieden. - © afp / Martin Meissner
Julian Nagelsmann will sich mit einem Titel aus Leipzig verabschieden. - © afp / Martin Meissner

Wie groß diese Fußstapfen werden, hängt stark vom Ausgang der Partie in Berlin ab. Ein Erfolg würde dem erst vor zwölf Jahren gegründeten und vom österreichischen Unternehmer und Milliardär Dietrich Mateschitz alimentierten Klub zum ersten großen Titel verhelfen - und Nagelsmann zu einem Ehrenplatz in der Vereinshistorie. Zudem könnte der einstige Hoffenheimer Coach all jene Fans ein wenig besänftigen, die ihm seinen Wechsel zum FC Bayern trotz der hohen Rekordablöse übel nehmen.

Doch die bisherige Bilanz gegen den Revierklub verheißt wenig Gutes: Nur eines seiner elf Bundesliga-Duelle mit dem BVB ging zugunsten von Nagelsmann aus, zudem befindet sich Dortmund wieder im Aufwind. Von einer Vita wie Nagelsmann kann sein Pendant Terzic zwar nur träumen. Und doch hat sich der Deutsch-Kroate binnen nur fünf Monaten ein beachtliches Standing in der Fachwelt erworben. Mit viel Akribie und Leidenschaft trug er maßgeblich dazu bei, dass die für mangelnde Mentalität bekannte Borussia neuerdings als verschworene Einheit auftritt. Nach zuletzt fünf Bundesliga-Siegen in Serie rangiert der von vielen bereits abgeschriebene BVB wieder auf einem Champions-League-Platz.