Mit dem ersten Auswärtssieg in diesem Kalenderjahr hat Sturm Graz den dritten Platz in der Meistergruppe der Fußball-Bundesliga verteidigt. Die Steirer bezwangen die WSG Tirol am Mittwochabend mit 3:2 (2:1). David Nemeth (31.), Kelvin Yeboah (38.) und Stefan Hierländer (55.) steuerten die Tore zum Grazer Erfolg bei. Für die Hausherren, bei denen Nikolai Baden Frederiksen (39., 72.) scorte, bleibt Sturm weiterhin der "Angstgegner", gelang doch in sechs Partien noch kein Sieg. Auch der LASK ging siegreich gegen den WAC hervor und feierte einen verdienten 4:0-Erfolg.

Die Grazer halten zwei Runden vor Schluss ebenso wie der unmittelbare Verfolger LASK bei 30 Zählern. Die Tiroler Chancen auf das Europacup-Play-off, für das Platz fünf nötig ist, sind mit weiterhin vier Punkten Rückstand auf den WAC eher theoretischer Natur. Während die Wattener im Vergleich zur vergangenen Runde keine personellen und taktischen Änderungen in der Anfangsformationen vornahmen, kehrte bei Sturm Gregory Wüthrich in der Innenverteidigung zurück. Auch der zuletzt zur Halbzeit eingewechselte Kapitän Hierländer rückte wieder in die Startelf.

Von den Hausherren ging zu Beginn der Partie mehr Gefahr aus. Bei einem Fernschuss von Thanos Petsos, dessen Vertragsverlängerung um zwei Jahre am Mittwoch bekannt wurde, musste Sturm-Tormann Jörg Siebenhandl eingreifen (9.). Ein von Fabian Koch verlängerter Eckball ging in der 22. Minute nur knapp am langen Eck vorbei. Auf der Gegenseite war ein Abschluss von Andreas Kuen nach Zuspiel von Jakob Jantscher zu ungefährlich (28.).

Dennoch waren es die Schwarz-Weißen, die den Führungstreffer erzielten. Yeboah brachte einen Eckball in der 31. Minute auf das Tor und lockte damit WSG-Goalie Ferdinand Oswald aus der Reserve. Nach dessen Fußabwehr brauchte Nemeth nur mehr abzustauben. Dem 2:0 nur sieben Minuten später ging ein weiter Ball auf den Torschützen Yeboah voraus. Der Ex-Wattens-Kicker hatte im Zweikampf mit David Gugganig Ballglück und spielte den Ball anschließend abgebrüht an Oswald vorbei.

In der Offensive aktiver

Im unmittelbaren Gegenzug schafften die Tiroler bereits wieder den Anschlusstreffer. Ausgangspunkt dessen war ein präziser weiter Pass von David Schnegg an die Strafraumgrenze zu Baden Frederiksen, der einen zu weit vor dem Tor stehenden Siebenhandl per Kopfball überspielte (39.).

Zu Beginn der zweiten Hälfte waren die Grazer in der Offensive aktiver. Ein erstes Rufzeichen setzte ein Weitschuss von Dante, bei dem sich Oswald auszeichnete (49.). Beim 1:3 stand der WSG-Kapitän dann aber negativ im Mittelpunkt. Der Goalie machte bei der Faustabwehr eines Jantscher-Freistoßes keine gute Figur, faustete den Ball dabei direkt vor die Beine von Hierländer, der das Leder mit einem Heber ins Netz beförderte (55.).

Gegen Ende der Partie keimte bei den Hausherren nochmals Hoffnung auf: Benjamin Pranter legte eine Flanke von Koch mit dem Kopf auf Baden Frederiksen ab, der den Anschlusstreffer erzielte (72.). Sturm brachte den Vorsprung dennoch über die Zeit, hatte in der 76. Minute selbst in Person von Jantscher noch eine Chance auf die Vorentscheidung, die ungenutzt blieb.

 

LASK schoss sich Frust von der Seele

Der LASK darf weiterhin auf die Teilnahme an der Fußball-Europa-League hoffen. Die Linzer schossen sich am Mittwoch den Frust vom jüngsten 3:3 gegen WSG Tirol von der Seele. Johannes Eggestein (18., 61/Elfmeter), Reinhold Ranftl (26.) und Dominik Reiter (92.) brachten den LASK zwei Runden vor Schluss mit dem erst zweiten Sieg in der Meistergruppe zurück ins Rennen um Platz drei, vielleicht auch zwei.

Alexander Schlager und Co. sind weiter punktegleich mit dem drittplatzierten Sturm Graz Vierter, auf den Zweiten Rapid fehlten vor dem Schlager der Wiener in Salzburg ab 20.30 Uhr drei Zähler. Für Wolfsberg scheint der Zug hingegen abgefahren zu sein: Vier Punkte liegt die Truppe von Roman Stary hinter dem Duo LASK/Sturm.

Nach 18 kontrollierten Minuten, in denen die Kärntner den Takt vorzugeben schienen, wurde dennoch schnell klar: Die Hoffnung, aus der Sperre von LASK-Kapitän Gernot Trauner Kapital schlagen zu können, wurde enttäuscht. Denn nicht nur, dass die Oberösterreicher mit ihrer ersten Chance nach Konter durch Eggestein in Führung gingen, gelang Michael Liendl und Co. offensiv nur sehr wenig. Und wenn, war Alexander Schlager zur Stelle. So wie bei einem Kopfball Gustav Henrikssons (19.), oder einem Versuch von Michael Novak (11.)

WAC blieb chancenlos

LASK-Co-Trainer Emanuel Pogatetz, der den ebenfalls gesperrten Dominik Thalhammer an der Seitenlinie vertrat, musste diesbezüglich nicht zittern. Er sah in den zurückgerutschten James Holland eine starke Trauner-Vertretung sowie nach dem 1:0 immer stärker werdende Athletiker. Die erarbeiteten sich nicht nur ein klares Plus an besseren Chancen, sondern erhöhten schließlich auf 2:0: Ranftl nützte an der Strafraumgrenze den ihm gebotenen Raum und versenkte den Ball gefühlvoll im langen Eck.

Die Linzer klopften in Person von Eggestein kurz vor der Pause noch an der Stange an und bauten ihre Dominanz nach Seitenwechsel aus. Der WAC fand in keiner Phase in Tritt. WAC-Tormann Manuel Kuttin war der beste Mann der Hausherren, beim 3:0 aber wieder ohne Chance. Diesmal traf Eggestein vom Elfmeterpunkt, ein Foul von Giorbelidze an Peter Michorl war der Aktion vorausgegangen. Balsam auf die Wunden der Linzer, die zuletzt mit zwei fragwürdigen Elfern "bedient" worden waren.

Der WAC, dem in der Innenverteidigung Dominik Baumgartner mit einer Sperre fehlte, besaß an diesem Abend nicht die Mittel, noch eine Trendwende einzuleiten. Bezeichnend: Die gefährlichste Aktion war unterm Strich ein Köpfler von Dejan Joveljic nach Ecke im Finish (88.). In der Nachspielzeit durfte sich dann noch "Joker" Reiter mit seinem zweiten Saisontor in die Schützenliste eintragen. (apa)