Auf den Meisterteller müssen die Spieler von Red Bull Salzburg noch bis zum letzten Heimspiel in der Meisterschaft am 22. Mai warten, ein "Serienmeister"-Transparent, T-Shirts mit der Nummer acht für den achten Ligatitel in Folge - der zwölfte in der Red-Bull-Ära war es insgesamt - sowie reichlich Bier gab es aber schon am Mittwochabend. Da haben die Salzburger mit einem 2:0-Sieg über Rapid endgültig das Double fixiert; die Wiener dagegen müssen gegen die um drei Punkte zurückliegenden Verfolger Sturm Graz und LASK noch um den zweiten Platz kämpfen.

Für Trainer Dietmar Kühbauer ist dieser ganz und gar nicht jener des ersten Verlierers. Zum einen konnte der Burgenländer mit der bisherigen Saison, in der die Grün-Weißen Salzburg trotz des Weggangs von Stefan Schwab lange gefordert und auch bei der Niederlage am Mittwoch eine ordentliche Leistung geboten haben, durchaus zufrieden sein. Zum andere müsse man anerkennen, dass "Salzburg in einer anderen Liga spielt", wie Kühbauer sagt. Und daran dürfte sich auch in der kommenden Saison wenig ändern, meint Kühbauer. "Es wird unglaublich schwer, Salzburg zu biegen, weil sie es auch unglaublich gut machen und die Möglichkeit haben, bereits junge Spieler um Millionen zu holen." Allerdings verlassen auch immer wieder Talente, sobald sie gereift sind, den Verein - im Sommer könnte dies bei Torjäger Patson Daka, Mergim Berisha und Enock Mwepu passieren. Auch auf dem Trainerposten gibt es bekanntlich einen Wechsel, da Jesse Marsch zum Schwesternklub RB Leipzig (zurück-)wechselt. In Matthias Jaissle steht der Nachfolger schon fest, der zweifache Double-Gewinner Marsch sieht den nunmehrigen Liefering-Coach als würdigen Nachfolger. "Er ist ein schlauer, intelligenter Trainer, sicher ein Red-Bull-Trainer", sagt der US-Amerikaner.

Matthias Jaissle übernimmt im Sommer. - © apa / Krugfoto
Matthias Jaissle übernimmt im Sommer. - © apa / Krugfoto

Nicht alle sehen das genauso. Trainer-Urgestein und TV-Experte Alfred Tatar ließ unlängst sogar mit der Aussage aufhorchen, dass "mit dieser Entscheidung der Meister nächstes Jahr nicht Salzburg heißen" werde. Wirklichen Zuspruch erhielt er dafür aber nicht. Auch Andreas Schicker, Geschäftsführer von Sturm Graz, dem Tatar für die kommende Saison eine noch größere Rolle prophezeit, meinte: "Da müsste man schon eine herausragende Saison spielen." Bisher zumindest waren es meist die Salzburger, die herausgeragt sind.(art)