Wenn Dauermeister Red Bull Salzburg einmal auslassen sollte, dann stünden diese beiden Klubs sofort parat. Die Vizemeister der vergangenen beiden Saisonen, Rapid (2020) und LASK (2019), hoffen schon längere Zeit auf ihre große Stunde - doch durch den Mehrfrontenkampf in Meisterschaft, Cup und Europacup scheint den ersten Salzburg-Verfolgern heuer just im Finish die Luft auszugehen. Die Hütteldorfer müssen vor der letzten Runde am Samstagabend (alle 17 Uhr) um den zuletzt noch komfortabel abgesicherten Vizemeister-Titel bangen; die Linzer wiederum drohen gar auf Rang fünf abzurutschen, was zwei unliebsame Bonus-Partien um einen Europacupstartplatz samt kürzerer Sommerpause zur Folge hätte. Und just beide Traditionsvereine - durch innige Hassliebe miteinander verbunden - treffen nun zum Abschluss im Allianz-Stadion aufeinander, übrigens vor 3000 Heimfans.

Wer von beiden Klubs mehr Druck hat, ist nicht wirklich messbar: Nach der 1:4-Schlappe am Sonntag gegen Konkurrent Sturm brauchen die Rapidler einen Sieg, um aus eigener Kraft den zweiten Rang zu behaupten; dem LASK wiederum reicht ein Remis, um den WAC (der im Packderby Sturm empfängt) in Schach zu halten. Verbessern können sich weder die Wiener, noch die am Sonntag von Salzburg ausgekonterten Linzer (2:5) - für beide gilt, das Saison-(Minimal)-Ziel festzuhalten. Anders als im Vorjahr gibt es freilich für niemanden eine (lukrative) direkte Europapokal-Gruppenphase: Der Zweite spielt Champions-League-Qualifikation, der Dritte Europa-League-Qualifikation, der Vierte Conference-League-Qualifikation. Der (undankbare) Fünfte müsste aber zuvor den Sieger zwischen Austria vs. Hartberg aus dem Weg räumen, um am neuen Bewerb partizipieren zu können. Fix keine Europacup-Chance mehr hat Wattens, nachdem am Sonntag gegen den WAC beim Stand von 2:2 in der Nachspielzeit ein Elfmeter verschossen wurde.

"Fans tolles Spiel bieten"

Besonders für Rapid-Coach Didi Kühbauer gilt es, den aktuellen Negativlauf von drei verlorenen Ligaspielen in Folge - erstmals in seiner Rapid-Ära - zu stoppen: "Wir sind noch immer auf Platz zwei, und werden alles daran setzen, dass wir da bleiben", versprach der Burgenländer, der eine voll motivierte Truppe ankündigte: "Wir wollen den Fans ein tolles Spiel bieten." Die Formkurve spricht freilich für die punktgleichen Steirer, die nur aufgrund des um fünf Treffer schlechteren Torverhältnisses zurückliegen. Für Sturm-Trainer Christian Ilzer ist ein Etappenziel bereits geschafft: "Die Mannschaft hat mit einem guten Spiel das Traumziel Top drei realisiert. Wir haben in einem extrem intensiven Jahr wirklich Großes erreicht."

Katzenjammer herrschte indes bei den Linzer Athletikern - statt mit einem Sieg über Salzburgs B-Elf noch einmal Rang zwei anzugreifen, wird es nun wieder brenzlich - so wie im Vorjahr, als am letzten Spieltag der dritte Platz vergeigt wurde. "Wir haben es immer noch in der Hand, den vierten Platz zu erreichen. Es war auch das Saisonziel, unter die Top vier zu kommen, und da müssen wir jetzt die ganze Kraft reinlegen", meinte LASK-Coach Dominik Thalhammer. "Die Energie wird auch da sein, und die Mannschaft wird sich das nicht nehmen lassen." Schuld an der nunmehrigen Situation war auch ein Blackout gegen die Salzburger nach 1:0-Führung (19.): 37 Netto-Spielsekunden später stand es plötzlich 2:1 für den Meister. "Durch diese zwei Situationen haben wir uns das Spiel zerstört", lamentierte Thalhammer.