Nein, von der möglichen "Rettung" einer verkorksten Saison will Peter Stöger nicht sprechen. Freilich war das Nicht-Erreichen der Meistergruppe, verbunden mit allen in- und externen Turbulenzen rund um die von ihm trainierte Mannschaft der Wiener Austria, die Klubfinanzen, seine eigene Abgangsankündigung sowie die Diskussionen um Vorstand Markus Kraetschmer, kein Grund zum Jubilieren. Man müsse aber bedenken, dass wieder "zwei, drei Millionen" eingespart worden seien - und man dennoch dort stehe, wo man im Vorjahr genauso war. "Nach einer komplexen Saison bin ich sehr zufrieden, wie die Jungs sich entwickelt und immer wieder aufgerichtet haben", sagt der Trainer. Nun könne man sich dafür "belohnen", im Play-off-Finale gegen den WAC winkt der letzte zu vergebene Europacup-Startplatz - wenn auch lediglich in der Qualifikation für die neu geschaffene Conference League. Das Hinspiel dafür findet heute (19 Uhr) in Wien statt, das Rückspiel folgt dann am Sonntag auswärts.

Wenn man die Spiele schon nicht als Rettungsanker bezeichnen solle, so kann man sie vielleicht doch zumindest einen Strohhalm nennen. Denn ein internationaler Startplatz ist nicht nur der Anspruch der Fans, die in dieser Saison nicht immer zufrieden waren, er wäre auch für die Entwicklung der jungen Spieler sowie die Klubfinanzen von Vorteil - obwohl in der Conference League ungleich geringere Summen ausgeschüttet werden als in Champions- und Europa League. Man nimmt halt, was man kriegen kann, auch wenn die Aufgabe gegen den WAC nicht einfach wird. 3:2 und 5:3 haben die Kärntner die bisherigen Saisonduelle gewonnen, bei den jüngsten Darbietungen hat der Austria-Coach aber Fortschritte gesehen.

Trainerfrage vor Klärung?

Vor allem beim klaren 3:0 im Halbfinal-Play-off gegen Hartberg hat die Mannschaft zu gefallen gewusst. "Wir sind kein Team, von dem man sagen kann, es muss die zwei Partien gegen den WAC erfolgreich abschließen. Aber wir sind überzeugt, dass wir es können", sagt Stöger. Ähnlich sieht es Kapitän Markus Suttner. Eine Prognose will er nicht abgeben. "Das kann ich nicht vorhersehen. Wir werden aber versuchen, alles rauszuhauen, damit wir dem WAC einen Fight liefern", meint er.

Von den Irritationen in dieser Saison will man sich jedenfalls nicht beeindrucken lassen. Und zumindest in einem Punkt könnte auch schon bald Klarheit herrschen. Die Trainerfrage soll demnächst entschieden werden, Stöger sprach zuletzt davon, bei einer Sitzung von "5, 6 Kandidaten" gehört zu haben. Dazu gehört offenbar auch jener Mann, den er am Sonntag vorzeitig in den Urlaub schickte - zumindest bekundete Noch-Hartberg-Trainer Markus Schopp erstmals öffentlich Interesse an dem Posten am Verteilerkreis. "Die Austria ist für mich ein absoluter Topverein, ein Verein, wo sehr viel Potenzial ist, mit extrem spannenden jungen Spielern, die sich richtig gut entwickelt haben", meinte der 47-Jährige. Egal, wer der neue Coach wird, einen Assistenten wird er sich wohl mitnehmen können. Denn am Mittwoch kündigte Jochen Fallmann an, die Austria ebenfalls zu verlassen und an seine alte Wirkungsstätte zum SKU Amstetten zurückzukehren. Am liebsten mit der Referenz eines Erfolges gegen den WAC - auch wenn es das zur Rettung nicht benötige, wie man betont.(art)