Nur ein Fußball-Wunder kann die Rückkehr von Austria Klagenfurt in die höchste Spielklasse noch verhindern. Die Kärntner fuhren im Hinspiel der Relegation gegen den Bundesliga-Letzten SKN St. Pölten einen überzeugenden 4:0-Heimsieg und wohl weit mehr als die halbe Miete ein - der Trend spricht klar für die Seriensieger von Coach Peter Pacult und gegen die St. Pöltener, die nach fünfjähriger Erstklassigkeit unmittelbar vor dem Abstieg steht.

Die 3.000 Fans im Klagenfurter Wörthersee-Stadion waren schon lange vor dem Schlusspfiff in Feierlaune. Zu souverän und überlegen spielten die aus der zweiten Liga nach oben drängenden Hausherren. Und zu harmlos agierten die am Ende völlig verunsicherten Gäste. Kärnten dürfte in der kommenden Saison neben dem WAC und mehr als ein Jahrzehnt nach dem Klagenfurter Vorgängerverein SK Austria Kärnten zwei Vereine in der höchsten Spielklasse stellen. Nachdem sein Team vier Treffer erzielt und kein Auswärtstor zugelassen hatte, versucht Pacult vor dem Rückspiel am Samstag (17 Uhr/Sky) die Spannung hochzuhalten. "Es gibt wie immer im Fußball bei solchen Sachen eine zweite Halbzeit", meinte er.

Dabei diktierte die Austria tatsächlich fast vollständig das Geschehen, brachte den SKN angetrieben von einem starken Spielgestalter Patrick Greil und über die Flanken ein ums andere Mal in Bedrängnis. Die Niederösterreicher waren bis auf die Anfangsphase nur Passagier. Das musste auch Trainer Gerald Baumgartner einsehen - und erntete für seine Aufstellung Kritik. Der Salzburger sprach von einem erzwungenen Umbau in der Abwehr, meinte lediglich: "Es war schwierig in allen Belangen." Jedenfalls vermied er es, auf sein Team öffentlich draufzuhauen. "Es ist ein sehr enttäuschendes Ergebnis."

Baumgartner ratlos

Baumgartner war erst vor einem knappen Monat bei den Niederösterreichern als "Feuerwehrmann" vorgestellt worden. Vier Niederlagen und ein Remis später wirkte er am Mittwoch etwas ratlos. St. Pölten hat seit Dezember nur ein Spiel gewonnen, am Samstag ist ein Kantersieg nötig, um wie 2018 gegen Wiener Neustadt die Klasse zu halten.