Trotz der 0:1-Niederlage im Testspiel gegen England hat Österreichs Fußball-Teamchef Franco Foda ein überwiegend positives Resümee des Ausflugs nach Middlesbrough gezogen. Man habe sich im Vergleich zum 0:4 im März gegen Dänemark stabilisiert und liege im Hinblick auf die EM voll im Plan, erklärte der Deutsche am Mittwoch. Er sei trotz Schwächen in der Anfangsphase mit dem Spiel insgesamt zufrieden, "obwohl mich das Ergebnis natürlich nicht zufrieden stimmt", sagte Foda.

Ein besseres Resultat wäre laut dem Nationaltrainer durchaus möglich gewesen. "Die Mannschaft hätte aufgrund der zweiten Hälfte ein Unentschieden verdient gehabt. Wir hatten am Ende zwei, drei Riesenmöglichkeiten." Nach dem Lattenschuss von Marcel Sabitzer ließen Michael Gregoritsch und Alessandro Schöpf im Finish Sitzer aus, weshalb das ÖFB-Team die zweite Partie en suite ohne Torerfolg abschloss. Allerdings hatte die B-Elf der Three Lions nach der etwas glücklichen Führung durch Bukayo Saka (56. Minute) schon ordentlich durchgewechselt gehabt und aufs Ergebnis-Halten gespielt.

Insgesamt hapert es für den Teamchef an der Chancenverwertung - diese soll/muss bei der Generalprobe am Sonntag in Wien gegen die Slowakei (17.30 Uhr/ORF1) und den anschließenden EM-Matches besser werden. Steigerungspotenzial bestehe laut Foda auch beim Anlaufverhalten und beim schnellen Zug aufs Tor.

Tatsache ist, dass die ÖFB-Elf viel Ballbesitz hatte und sich oft schnell in die Hälfte des WM-Vierten von 2018 durchkombinierte - 20 Meter vor dem Gehäuse von Jordan Pickford war es dann aber vorbei mit der kreativen Herrlichkeit. Es mangelte an Mut, an der zündenden Idee, am Pass in die Tiefe, an der genialen Flanke. Bei tief stehenden Gegnern wie zum EM-Auftakt gegen Nordmazedonien am 13. Juni braucht es hierfür aber Lösungen, um zum Erfolg zu kommen.

Arnautovic vor Rückkehr

Oder Genieblitze von Marko Arnautovic, der im Riverside Stadium (noch immer) schmerzlich vermisst wurde. Bei ihm geht der Coach von einem Einstieg ins Mannschaftstraining am Freitag aus. "Dann wird man sehen, ob es für Sonntag reicht." Bis zum ersten EM-Match soll der angeschlagene China-Legionär unbedingt einsatzbereit gemacht werden. "Marko hat außergewöhnliche Qualitäten, deshalb werden wir ihn behutsam aufbauen, damit er für die EM topfit ist. Er kann in den entscheidenden Momenten den Unterschied ausmachen. Positiv war für den Deutschen auch die Defensivleistung: "Die Restverteidigung war gut, wir konnten viele Kontersituationen vermeiden. Wir haben uns auf jeden Fall verbessert und waren defensiv stabiler als gegen Dänemark."

Und grundsätzlich positiv aufgefallen ist auch Goalie-Debütant Daniel Bachmann, der sich nach seinen (fast) makellosen Auftritt in seiner Wahlheimat England für das EM-Einserleiberl empfahl. Bis auf einen etwas verunglückten Haken gegen Harry Kane ließ sich der Watford-Legionär nichts zuschulden kommen. Ob schließlich er oder LASK-Keeper Alexander Schlager das Rennen macht, wird man wohl am Sonntag wissen - denn wer gegen die Slowaken das Tor hütet, wird dies wohl auch bei der Endrunde tun.

"Ich bin sehr zufrieden mit meinem Debüt und hoffe, dass ich in der näheren Zukunft weitere Einsätze bekommen werde", sagte Bachmann. Seine Nationalteam-Premiere sei eine besondere gewesen. "Es ist eine Riesenehre, für sein Land zu spielen." Von Foda gab es Extralob: "Insgesamt war es ein souveräner Auftritt. Er hat die Chance, die er bekommen hat, genutzt."